Schönheitsoperationen: Liftings als Verjüngungskur

© panthermedia.net / Stefano Valle

In jungen Jahren noch stramm und elastisch verliert das Bindegewebe mit fortschreitendem Alter an Spannkraft. Dann beginnt die Haut zu hängen. Ähnliches passiert nach starken Gewichtsverlusten. Mit Hautstraffungen (Liftings) tritt die plastische Chirurgie dem unästhetischen Vorgang entgegen und wirkt so als Jungbrunnen.

Erschlafft das Bindegewebe der Haut an unterschiedlichen Körperstellen, wie es in reiferen Jahren oder bei starken Gewichtsschwankungen geschieht, lassen sich die hängenden Partien in vielen Fällen mit Hilfe plastisch-chirurgischer Eingriffe straffen. Das macht die behandelten Körperteile ästhetischer und verleiht ihnen ein jugendlicheres Aussehen. Ein solches Lifting kann sich auf einzelne Bereiche (z.B. Lider) begrenzen oder große Teile des Körpers (Bodylift) umfassen.

Oberlidstraffung & Unterlidstraffung

Stellen sich sogenannte Schlupflider ein, erschlafft also die Oberlidhaut, verleiht das den Augen einen müden oder traurigen Ausdruck. Dann verschafft eine Oberlidstraffung (Blepharoplastik der Oberlider) dem Gesicht ein jüngeres und strahlenderes Aussehen. Dabei wird nach ellipsenförmigem Wegschneiden der zuvor angezeichneten Haut der Lidmuskel angehoben und ggf. Fett entfernt. Zurück bleiben vorübergehend ”blaue” Augen (Blutergüsse) und ein Bedarf an Schonung der Augen in den ersten drei Tagen danach (Schlafen mit erhöhtem Oberkörper, kein Bücken, Lesen oder Fernsehen) sowie ein zweiwöchiger Verzicht aufs Waschen mit Seife, auf Cremes, Salben und Make-up sowie das Tragen von Kontaktlinsen.

Der kurze und bei fachgerechter Durchführung risikoarme Eingriff lässt Krähenfüße und Lachfalten verschwinden oder mildert sie wenigstens und hinterlässt nur sehr feine Narben, die sich in der Lidfurche verbergen. Selten kommt es zu Komplikationen wie Blutungen, einer Schädigung des Lidhebermuskels (Folgen: Lidsenkung, Lidspaltenverengung) oder der Tränendrüse, einer übermäßigen Entfernung von Haut (Folgen: unvollständiger Lidschluss mit Austrocknung der Hornhaut, einem Fremdkörpergefühl und Brennen im Auge, Leseprobleme) oder Fett (Folge: das Gesicht wirkt hohläugig), der Bildung von Narbenwülsten an den inneren Augenwinkeln, eines asymmetrischen, zu hohen oder zu niedrigen Ansetzens der Lidfurche, sehr selten auch zu einer Erblindung durch eine falsch gesetzte Betäubungsspritze.

Vom echten Schlupflid, das durch einen Überschuss an erschlaffter Haut hervorgerufen wird, zu unterscheiden ist das Pseudoschlupflid, das aufgrund von herabgesunkenen Augenbrauen entsteht und zur Korrektur ein Stirnlifting erfordert.

Auch eine Unterlidstraffung (Blepharoplastik der Unterlider) beim Vorliegen ausgeprägter Tränensäcke lässt das Gesicht jünger und wacher aussehen. Bei dieser Operation werden, wenn ein Hautüberschuss die Ursache für die Tränensäcke bildet, vom Unterlid Haut-, Muskelfaser- und ev. auch Fettgewebsanteile entfernt. Sind allein Fettvorwölbungen der Grund für Tränensäcke, wird das überschüssige Fett beseitigt. Der im Prinzip unkomplizierte Eingriff führt in seltenen Fällen zu Komplikationen wie Blutungen, einer Schädigung des Wimpernkranzes, einem unvollständigen Lidschluss durch eine übermäßige Entfernung von Haut (Folgen: “Triefauge”, Ektropium = Auswärtskehrung des Lides), einer rundlichen Verformung des spitzen äußeren Augenwinkels oder eine Asymmetrie.

Von den eben beschriebenen, gemeinhin nicht ganz richtig als Tränensäcke titulierten Gewebserschlaffungen zu unterscheiden sind die als Teil des Tränenapparats fungierenden, korrekt als Tränensäcke (lat.: Saccus lacrimalis = Tränensack) bezeichneten anatomischen Strukturen, die der Zwischenspeicherung von Tränenflüssigkeit dienen.

Facelifting

Mit zunehmenden Jahren büßt die Haut an Elastizität ein, erschlaffen die Gesichtsmuskeln, verteilt sich das Unterhautfettgewebe ungleichmäßig und nimmt das Volumen der Gesichtsknochen ab. Das scheinbare Zuviel an Haut folgt der Schwerkraft. Diese untrüglichen Zeichen der Zeit kann ein Facelift (Facelifting, Gesichtsstraffung) teilweise rückgängig machen, sodass man danach um bis zu zehn Jahre jünger aussieht, auch wenn der natürliche Alterungsprozess selbstverständlich unvermindert fortschreitet. Gestrafft werden – einzeln oder in unterschiedlichen Kombinationen – verschiedene Gesichtspartien. So gibt es etwa ein Stirnlifting (Stirnstraffung, Augenbrauenanhebung, Glättung der ”Zornesfalten”), Schläfen-, Hals- und Wangenlifting sowie eine erweiterte Halsstraffung (Halslifting, Entfernung von Kinnfett/Doppelkinn). Dabei wird das abgesunkene Fett- und Bindegewebe mehrschichtig sowie die Gesichtsmuskulatur nach oben angehoben und mit Fäden an ihrem Platz verankert. Damit das gestraffte Gesicht nicht maskenhaft wirkt, werden nicht alle Fältchen geglättet. Vorübergehende Spannungs- und Taubheitsgefühle, Schwellungen und Blutergüsse nach dem Eingriff sind normal. Während des Heilungsprozesses sollten keine Cremes oder Salben auf die Haut aufgetragen werden. Außerdem empfiehlt es sich, nach dem Facelifting für vier Wochen auf Sonnenbäder zu verzichten. Eine professionelle kosmetische Nachbehandlung und Lymphdrainagen (Massagen zur Lymphstaubeseitigung) fördern aber die Heilung. Was schon vor dem Lifting bedacht werden sollte: Das Ergebnis ist dauerhaft, lässt sich also nicht rückgängig machen.

Bauchdeckenstraffung

Erschlaffte Haut wirkt nicht nur unästhetisch, sondern kann auch Probleme bereiten (z.B. Pilzinfektionen oder infolge der Reibung Hautgeschwüre) und lässt sich mit Diät und gezieltem Training nicht beseitigen. Bei einer Bauchdeckenstraffung (Abdominoplastik) wird überschüssige Haut entfernt, wie sie nach starken Gewichtsverlusten (”Fettschürze”) oder Schwangerschaften auftritt, und die gerade Bauchmuskulatur neu positioniert und befestigt. Eine Abdominoplastik ist jedoch keine Methode, um abzunehmen oder Fettpölster zu entfernen. Von der mehrstündigen großen Operation zurück bleibt ein flacher(er) Bauch und eine Narbe – bei einer Oberbauchstraffung zwischen den Beckenknochen, bei einer Unterbauchstraffung an der Schamhaargrenze. Außerdem vorübergehende Wundschmerzen, Schwellungen und Blutergüsse, ev. auch Taubheitsgefühle, die u.U. bestehen bleiben können. Als Komplikationen drohen Blutungen, Wundinfektionen und eine überschießende Narbenbildung. Bei zu straffer Spannung der Bauchdecke können Schmerzen, Risse und Durchblutungsstörungen bis hin zu Nekrosen (Absterben des Gewebes) auftreten.

Um das erwünschte Ergebnis zu erreichen, muss nach dem Eingriff bis zur vollen Belastbarkeit nach etwa drei Monaten rund um die Uhr ein elastisches Mieder getragen werden. Zur Vorbeugung von Blutgerinnseln dienen Thrombosestrümpfe oder auch blutverdünnende Medikamente. Um den Erfolg für möglichst lange Zeit zu sichern, sollte das Gewicht konstant bleiben. Von einer Bauchdeckenstraffung Abstand nehmen sollten Menschen mit eingeschränkter Lungenfunktion oder gestörter Darmentleerung, weil die Operation die Bauchhöhle verkleinert. Ebenso Diabetiker wegen möglicher Wundheilungsstörungen.

Oberschenkelstraffung

Auch die Haut an den Oberschenkeln leidet im Rahmen normaler Alterungsprozesse, einer Cellulite oder nach Gewichtsabnahmen oft unter einem Elastizitätsverlust. Dann kann eine Oberschenkelstraffung (ev. kombiniert mit einer Fettabsaugung), bei der überschüssige Haut und Fettgewebe entfernt werden, die Körperproportionen verschönern und verjüngen, auch wenn von dem Eingriff vorübergehend Schwellungen und Blutergüsse sowie langfristig sichtbare Narben zurückbleiben. An unerwünschten Folgen drohen Wundheilungs- und Empfindungsstörungen sowie überschießende Narbenbildungen. Nach der Oberschenkelstraffung müssen Thrombosestrümpfe oder Kompressionswäsche getragen, ev. auch blutverdünnende Medikamente verabreicht werden. Die Pflege mit einer Wund- und Heilsalbe fördert die Wundheilung. Gezieltes Beinmuskeltraining intensiviert den Erfolg des Liftings.

Bodylift

Für einst extrem Adipöse hinterlassen die überflüssigen Kilos u.U. ein unschönes Relikt, wenn die ehemaligen Schwergewichte ihr Zielgewicht erreicht haben: herabhängende und entstellende Hautlappen, weil die vom Fett überdehnten Bindegewebsstrukturen beim Abnehmen nicht mitschrumpfen. Sie können die Haut darunter wundscheuern, Pilzinfektionen begünstigen und die Beweglichkeit einschränken sowie das seelische Befinden beeinträchtigen. Dann hilft, sofern das Gewicht für mindestens sechs Monate gehalten wird, ein Bodylift, bei dem mit einem einzigen mehrstündigen Eingriff gleich drei Körperregionen – Bauch, Gesäß und Oberschenkel – gestrafft werden, beim Annehmen ansprechender Konturen mit erkennbarer Taille. Er erfordert einen Schnitt, der vom Oberschenkel zur Leiste bogenförmig über den Beckenkamm und von dort unterhalb der Gesäßfalte über den anderen Oberschenkel verläuft, sodass er sich kreisförmig schließt. Ein zweiter Schnitt verläuft gürtelförmig um die Taille herum. Die Haut wird gestrafft, indem sie an den Beinen hochgezogen und überflüssiges Hautgewebe entfernt wird. Auch das Gesäß und die Bauchdecke werden neu geformt. Nach der Operation ist ein Kompressionsmieder zu tragen. Nachwirkungen, Komplikationen und Kontraindikationen gestalten sich ähnlich wie bei der Abdominoplastik.

 

Links zu unserem Lexikon:
Adipositas (Übergewicht, Fettsucht)
Cellulite