Pickel (Pustel, Wimmerl)

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Zusammenfassung
Pickel bzw. Pustel sind mit Eiter gefüllte Hohlräume auf der Hautoberfläche. Der Eiter kann keimfrei sein, doch er kann auch Erreger beinhalten.

Was sind Pickel?

Bläschen bzw. oberflächliche Hohlräume, die auf der Hautoberfläche entstehen und mit Eiter gefüllt sind, werden als Pickel bzw. Pusteln bezeichnet. Am weitaus häufigsten sind Pickel das Symptom einer Erkrankung an Akne, die wiederum meist aufgrund von Schwankungen im Hormonhaushalt entsteht bzw. einem Ansteigen des sogenannten Androgenspiegels, dem Anteil an männlichen Hormonen. Von solchen hormonell bedingten Aknepickeln, die sich meist mehr und weniger stark ausgeprägt im Gesicht, Nacken, Dekolleté und am Rücken bilden, sind zum Großteil Pubertierende betroffen: 90 Prozent der weiblichen und männlichen Jugendlichen leiden daran. Während die Akne bei männlichen Jugendlichen mit dem Eintritt in das Erwachsenenalter häufig verschwindet, bleibt sie bei Frauen oft länger bestehen und kann auch noch während der Schwangerschaft, am Beginn der Wechseljahre oder bei psychischen Belastungen erstmals auftreten.

 

Wie entstehen Pickel?

Für Pickel bzw. Pustel gibt es verschiedene Entstehungsmechanismen, die auf verschiedene Grunderkrankungen zurückgehen. Zu den häufigsten Ursachen zählen:

  • Eine Erkrankung an Akne, die wiederum fast immer durch ein Ansteigen des Androgenspiegels, z.B. in der Pubertät, ausgelöst wird. Der Überschuss an Androgenen bewirkt, dass die Talgdrüsen der Haut zu viel Talg bilden, der den ableitenden – und durch die Androgene verhornten – Haarfollikel verstopft. Das Resultat ist ein aus Hornmassen bestehender Talgpropf bzw. Mitesser oder Komedo, der in der Mitte weiß oder schwarz ist und sich entzünden kann. Kommt es zu einer Entzündung des Komedos, z.B. durch Bakterien, wird diese als Rötung, dann als Knötchen bzw. Papel oder Pustel sichtbar und umgangssprachlich Pickel genannt.
  • Auch Substanzen in Kosmetika können eine Akneform hervorrufen, die sogenannte acne cosmetica.
  • Follikulitis-Pickel können durch eine bakterielle Entzündung des Haarfollikels hervorgerufen werden, aber auch durch eine Pilzinfektion und die Wirkung von Medikamenten, die z.B. Kortison, enthalten.
  • Bei einer Form der Hautkrankheit Psoriasis bzw. Schuppenflechte bilden sich auf den Handflächen und an den Fußsohlen Pickel. Sie entstehen durch die psoriasistypische Fehlreaktion des Immunsystems, das ohne Erreger Entzündungen produziert.
  • Zwei bis drei Wochen nach der Geburt kann es bei Neugeborenen zu akneartigen Erscheinungen in Form von follikulären Papulopusteln kommen. Diese sogenannte acne neonatorum heilt binnen weniger Wochen von selbst ab.

 

Wie erkenne ich Pickel?

Pickel sind erhabene Rötungen, die fallweise in der Mitte gelblich erscheinen.

 

Wie erfolgt die Diagnose von Pickeln?

Der Arzt begutachtet die Form und Verteilung der Hautveränderungen.

 

Wie werden Pickel behandelt?

Die Behandlung von Pickeln richtet sich nach der Ursache bzw. Grunderkrankung und dem Schweregrad der Ausprägung.

  • Bei geringfügiger Ausprägung von Pickeln, die in Folge von hormonell bedingter Akne entstehen, hilft oft schon die Pflege der Haut mit speziellen Reinigungsmitteln, Lotionen, Cremen und Gels, welche die Haut gut reinigen, ohne sie zu strapazieren und die Talgdrüsen nicht verstopfen. Regelmäßige kosmetische Hautreinigungen empfehlen sich ebenfalls.
  • Bei vielen großen Pickeln aufgrund von hormonell bedingter Akne, die Betroffene stark belasten, ist eine Hautpflege mit medizinischen Cremen, Gels, Lotionen oder Lösungen anzuraten, die entzündungshemmend und antibiotisch wirken. Auch medizinische Fruchtsäurepeelings und sogenannte IPL-Behandlungen, bei denen hochenergetisches Licht auf die Haut projiziert wird, können hilfreich sein. Bei betroffenen Mädchen und Frauen besteht außerdem die Möglichkeit, das Hautbild durch die Einnahme der Pille oder anderer Hormonpräparate zu verbessern. Aknenarben können mit dem Laser gelindert werden.
  • Geht die Akne auf den Kontakt mit Kosmetika zurück, helfen akut entzündungshemmende Cremen oder Gels und danach das Meiden der verursachenden Kosmetika.
  • Follikulitis-Pickel werden je nach der Ursache behandelt.
  • Gehen die Pickel auf eine andere Grunderkrankung wie Psoriasis zurück, muss diese behandelt werden.

 

Wie kann man der Entstehung von Pickeln vorbeugen?

Indem man fruchtsäurehaltige Cremen und Peelings verwendet, lösen sich Verhornungen und man beugt so der Entstehung von Komedonen und damit Pickeln vor.

 

Wie entwickeln sich Pickel?

Wie sich Pickel entwickeln, hängt von der Ursache für die Entstehung ab.

  • Gehen die Pickel auf hormonell bedingte Akne zurück, verschwinden sie je nach Schweregrad entweder binnen weniger Tage oder erst binnen Wochen und Monaten.
  • Bleibt bei schwerer hormonell bedingter Akne eine Behandlung aus, kann sie auch über Jahre bestehen bleiben und letztlich Aknenarben hinterlassen.
  • Steckt hinter der Akne eine Überempfindlichkeit gegenüber bestimmten Kosmetika, gehen die Pickel zurück, sobald diese gemieden werden.
  • Ist eine Follikulitis die Ursache für Pickel, muss die Ursache für die Follikulitis behandelt werden.
  • Bei Psoriasis-Pickel muss die Grunderkrankung behandelt werden, um die Pickel zum Verschwinden zu bringen.

 

Wann sollte ich einen Arzt bei Pickeln aufsuchen?

Sobald Pickel als Belastung empfunden werden, sollte ein Arzt aufgesucht werden.

 

Welche Hausmittel helfen gegen Pickel?

Betroffene berichten von Erfolgen mit adstringierend wirkenden Zahnpasten, die auf die Pickel gestrichen werden.

 

Weitere Informationen:

Stöger A.: Hauterkrankungen von A bis Z. Wien 2012

Cover400_HauterkrankungenA-Z zum Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lindlbauer R., Bauer A.: Gesund & schön von Kopf bis Fuß. Alles über Haut, Haare und Nägel. Verlagshaus der Ärzte, Wien 2008

 

Wimmerl, Akne & Co: Stress als Übeltäter? In: Medizin populär 12/2015
https://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/wimmerl-akne-co-stress-als-uebeltaeter.html

 

Wieder ein Wimmerl? Warum Frauenhaut zu Unreinheiten neigt. In: Medizin populär, 09/2014
http://www.medizinpopulaer.at/tags/details/article/wieder-ein-wimmerl.html

 

Problemhaut. Die besten Tipps für die richtige Pflege. In: Medizin populär 05/2013
https://www.medizinpopulaer.at/tags/details/article/problemhaut.html

 

 

Redaktion: Mag. Sabine Stehrer

Fachliche Freigabe: Dr. Sibylle Wichlas, Fachärztin für Dermatologie und Venerologie am Juvenis Medical Center in Wien