Kopfläuse (Läuse, Filzläuse, Kleiderläuse)

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Zusammenfassung
Menschenläuse ernähren sich vom Blut des Menschen und leben je nach Art vor allem in Kopf-, Brust-, Achsel-, Schamhaar oder in der Kleidung.

Was sind Köpfläuse?

Die größte Verbreitung der Menschenläuse haben die Kopfläuse, die vor allem über Menschenansammlungen das Haar von zumeist langhaarigen Kindern besiedeln und mehrfach täglich zur Kopfhaut wandern, um dort Blut zu saugen. Starker Juckreiz ist zumeist das erste Anzeichen für diese Parasiten.

Kopfläuse sind etwa 2 bis 4 mm große, grau bis hellbraun gefärbte Insekten mit sechs Beinen, die im Haar Haaren von Menschen leben und mehrmals täglich auf die Kopfhaut wandern, um dort Blut zu saugen, von dem sie leben. Ohne Blut können diese Tiere maximal 50 Stunden überleben. Weibliche Kopfläuse legen bis zu vier Eier täglich, die in den sogenannten Nissen stecken, einer eigenen Hülle, die in den Haaren klebt. Dort reifen auch die Larven heran, die etwa eine Woche in den Nissen verbleiben, ehe sie schlüpfen.

Kopfläuse werden in der Regel durch direkten Kontakt zwischen (zumeist) Kindern übertragen. Eine Besiedlung über Gegenstände (Kämme, Mützen usw.) ist eher selten. Oft kommt es zu regelrechten Epidemien, vor allem in Kindergärten und Schulen.

 

Was sind Filzläuse und Kleiderläuse?

Filzläuse sind noch kleiner als Kopfläuse und zumeist im Scham-, Brust- oder Achselhaar zu finden. Sie kommen heute eher selten vor und werden vor allem über Geschlechtsverkehr weitergegeben.

Ebenfalls eher selten sind Kleiderläuse, die ca. 4 mm groß werden und in der Bekleidung leben. Sie wandern von dort auf die Haut, um Blut aufzunehmen.

Beide Lausarten können auf zwei Arten bekämpft werden:

  • Mechanisch: Filzläuse: Rasieren der Scham-, Brust-, Achselhaare bzw. Auskämmen mit Nissenkamm. Kleiderläuse: Kleidung wechseln und bei mindestens 60 Grad Celsius waschen.
  • Chemisch: Anwendung entsprechender Insektizide aus der Apotheke.

Da diese Laustypen sehr selten sind, werden im Folgenden nur Kopfläuse näher behandelt.

 

Wie entsteht ein Kopflausbefall?

Läuse werden in der Regel durch direkten Körperkontakt weitergegeben. Eine neuere Studie konnte zeigen, dass ein Befall über Gegenstände wie beispielsweise Kämme oder Mützen bei Kopfläusen eher selten vorkommt, weswegen man sich bei der Bekämpfung auf das Haar selbst konzentrieren kann. Kopflausbefall ist kein Anzeichen für mangelnde Hygiene, da die Läuse auch gepflegtes Haar befallen.

 

Wie erkenne ich Kopfläuse?

Die stark juckende Kopfhaut ist das sicherste Anzeichen. Finden sich in den Haaren zudem Nissen, also sehr kleine, helle, fast wie Schuppen aussehende Flecken, die sich mit einem Fingernagel nicht verschieben lassen, handelt es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um Kopflausbefall. Mitunter kann man die Läuse mit einer Lupe erkennen.

 

Wie erfolgt die Diagnose bei Kopfläusen?

In der Regel erkennt man den Befall selbst. Der Hausarzt wird den Lausbefall ebenfalls durch Inspektion von Haaren und Kopfhaut erkennen.

 

Wie werden Kopfläuse behandelt?

Kopfläuse verschwinden nicht von selbst und müssen daher aktiv bekämpft werden. In der Regel besteht die Therapie aus zwei Maßnahmen:

  • Mit einem in Apotheken erhältlichen Nissenkamm werden die Nissen strähnenweise ausgekämmt, was gerade bei langhaarigen Kindern eine aufwändige Sache ist.
  • Die Läuse selbst, aber auch die Eier (Nissen), werden mit einem ebenfalls in Apotheken erhältlichen Anti-Lausmittel bekämpft. Es sind verschiedene Produkte mit unterschiedlichen Wirkstoffen am Markt, die als Shampoo, Gel oder Spray angeboten werden. Manchmal wird es notwendig sein, den Wirkstoff zu wechseln, wenn die Läuse nicht gänzlich vernichtet werden. Wichtig ist, dass die Behandlungen je nach Produktbeschreibungen mehrfach und zuverlässig wiederholt werden.

Das Mitbehandeln von Bettbezug, Stofftieren oder Bekleidung ist nach neuesten Studien nicht unbedingt erforderlich, wobei die Meinungen hierzu differieren. Wer also absolut sicher gehen will, kann Bettbezug und Bekleidung waschen (mindestens 60 Grad), bei Stofftieren oder nicht heiß waschbaren Textilien ist es ausreichend, sie in einem verschlossenen Behälter oder beispielsweise Müllsack für zumindest 3 Tage zu lagern, damit allfällig dort verborgene Tiere sicher verstorben sind. Haarspangen, Kämme und Bürsten sollten in heißem Seifenwasser gereinigt werden.

 

Müssen andere Familienmitglieder ebenfalls auf Kopfläuse behandelt werden?

Das hängt von der Stärke des Befalls ab. Es ist aber sicher sinnvoll, grundsätzlich alle im selben Haushalt lebenden Personen einer Sichtung zu unterziehen.

 

Muss bei Kopfläusen die Schule/der Kindergarten verständigt werden?

Hat man beim eigenen Kind Kopfläuse entdeckt, müssen Kindergarten bzw. Schule informiert werden, damit eine weitere Verbreitung verhindert werden kann. Ebenso sind die Eltern befreundeter Kinder zu informieren. Man sollte dies ohne Scheu tun, denn Kopfläuse haben nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, und niemand wird Ihrem Kind so etwas vorwerfen.

 

Wie kann ich Kopfläusen vorbeugen?

Eine generelle Vorbeugung gibt es nicht. Angeblich befallen die Kopfläuse leichter Kinder mit offenem langen Haar, weswegen Zöpfe mitunter als Prophylaxe genannt werden. Bewiesen ist das aber nicht. Auch Shampoos, die als Lausprophylaxe angeboten werden, etwa mit Birkenrindenextrakt, sind den wirklichen Beweis ihrer Wirksamkeit schuldig geblieben. Befallene Kinder sollten bis zum Ende der Behandlung Kindergarten und Schule fernbleiben.

 

Wann sollte ich mit Kopfläusen zum Arzt?

Sind die Kopfläuse erkannt und werden sie entsprechend sorgfältig behandelt, ist ein Arztbesuch nicht notwendig. Sollte sich der Lausbefall trotz ergriffener Maßnahmen nicht bessern, können Hausarzt oder Apotheker um Rat gefragt werden.

Ein sehr hartnäckiger Befall kann in Wien im Hygienezentrum behandelt werden, nähere Infos unter www.wien.gv.at/gesundheit/einrichtungen/hygienezentrum/‎

 

Welche Hausmittel gibt es gegen Kopfläuse?

Die meisten der angebotenen Hilfsmittel erweisen sich leider als wenig hilfreich. Das gilt beispielsweise auch für das beliebte Teebaumöl. Das Haarewaschen mit Essiglösung (2 EL Essig auf 1 l Wasser) macht das Haar zwar weich, hilft aber nicht direkt gegen die Läuse. Allerdings lassen sich die Nissen so leichter auskämmen.

Mayonnaise-Packungen sollen die Läuse ersticken, was leider auch nicht sicher wirkt und vor allem die Nissen nicht bekämpft.

 

Weitere Informationen:

Schuhmayer W., Zwiauer K.: Kindern helfen ohne Medikamente. Wien 2013

Voitl P.: Kinderkrankheiten von A bis Z. Wien 2012

Cover400_KinderkrankheitenAbisZ zum Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion: Mag. Hagen Schaub

Fachliche Freigabe: Dr. med. Wolfgang A. Schuhmayer, Österreichisches Institut für tiergestützte Therapie & Forschung