Badespaß: Mitbringsel Fußpilz und Co.
©panthermedia.net, Stefano Lunardi Halten Sie sich an heißen Sommertagen gern im Schwimmbad auf? Dann sind Ihnen vermutlich unangenehme Begleiterscheinungen wie Fußpilz, Schwimmbad-Otitis oder –Konjunktivitis nicht fremd. Hier Näheres zu diesen Störenfrieden der Badesaison.
Bei sommerlicher Hitze sind die Schwimmbäder voll, denn dort winken Abkühlung, Spaß und Sport. Eis und andere köstliche Erfrischungen locken und das Wetter lädt ein zum Faulenzen und Sonnenbaden. Doch der Eine oder Andere bringt vom Badetag “Souvenirs“ mit, auf die er gern verzichtet hätte, lauern doch in warmen und feuchten Arealen allerlei Keime, die z.B. Fußpilz, Warzen oder Ohrenentzündungen verursachen. Das Chlor in den Pools reizt die Augen und wenn man nicht aufpasst, gibt´s einen saftigen Sonnenbrand, eine Mallorca-Akne oder sogar einen Hitzschlag Sommer“freuden“, die sich großteils vermeiden lassen.
Schwimmbad: Fußpilz lauert
Vor allem dort, wo Wärme und Nässe regieren – also z.B. in Schwimmbädern oder von verschiedenen Personen benützten Dusch- und Umkleideräumen – warten Pilze auf ihre Opfer. Bewegen sich von Fußpilz (Tinea pedis) befallene Menschen barfuss, können sie diesen über abgeschilferte Hautzellen verbreiten. Vor allem, wenn die Haut an den Füßen vom Baden aufgeweicht ist oder gar kleine Schrunden aufweist, haben Pilze (v.a. Fadenpilze wie Trichophyton rubrum und Trichophyton mentagrophytes) leichtes Spiel, in gesunde Haut einzudringen und finden so neue Wirte.
Juckreiz ist häufig das erste Symptom eines Pilzbefalls. Dann rötet sich die Haut, schuppt und nässt. Auch Bläschen und Risse können sich bilden. Oft beginnt Fußpilz in den Zehenzwischenräumen und kann dann auf die Fußsohle, Ferse und den Fußrücken, auch auf die Nägel sowie andere Körperregionen übergreifen. Kommt es zu Hautläsionen, sind das Eintrittspforten für Bakterien wie z.B. Streptokokken, die dann zusätzliche Infektionen wie z.B. ein Erysipel (Wundrose) hervorrufen können.
Der Plage Fußpilz lässt sich aber vorbeugen durch:
- Tragen von Badepantoffeln in öffentlichen Bädern und Saunen.
- Trocken halten der Füße nach dem Schwimmbadbesuch mit einem separaten Handtuch.
- Die Zehenzwischenräume auf niedriger Stufe trocken fönen.
- Auskochbare Handtücher verwenden und diese regelmäßig wechseln.
- Bequeme, nicht zu enge Schuhe (sonst leidet die Durchblutung) aus atmungsaktivem Material (leitet den Fußschweiß ab) tragen.
- Öfter Schuhe wechseln, damit die jeweiligen Paare Zeit zum Trocknen haben.
- Socken aus natürlichen Materialien anziehen und täglich wechseln.
- Zur frühzeitigen Erkennung von Fußpilz die Zehen, -zwischenräume und Fußsohlen regelmäßig inspizieren.
- Konsequent Fußpflege betreiben.
- Diabetiker sind besonders gefährdet für Fußpilz. Sie brauchen eine gute Blutzuckereinstellung, fachkundige Fußpflege und regelmäßige ärztliche Kontrollen der Füße.
Übrigens: Desinfektionsduschen in Schwimmbädern vermitteln eine trügerische Sicherheit. Gerade dort lagern nämlich gern abgestoßene infizierte Hautschuppen. Abgesehen davon, dass die versprühten Mittel Allergien auslösen, die natürliche Hautflora ungünstig verändern sowie zu niedrig dosiert sein können, wird in der Regel auch deren erforderliche Einwirkzeit nur selten eingehalten.
Chlor reizt die Augen
Schwimmen erfrischt und macht fit. Gesetzliche Bestimmungen sorgen dafür, dass das Wasser, in dem das sportliche Vergnügen stattfindet, sauber ist. Für die Augen der Badegäste kann das die “Wahl zwischen Pest und Cholera“ bedeuten: In chloriertem oder anderweitig keimarm gehaltenem Wasser reizen nämlich die Desinfektionsmittel die Augen. Sie werden rot und tränen. In unbehandelten Gewässern (z.B. Teiche) wiederum können krankmachende Keime eine Bindehautentzündung verursachen. Davor ist man – trotz Chlorierung – auch in öffentlichen Schwimmbädern nicht hundertprozentig gefeit, sodass bestimmte Bakterien wie z.B. Chlamydien eine sogenannte Schwimmbad-Konjunktivitis hervorrufen können. Schutz davor bietet eine dicht anliegende Schwimmbrille. Sie hält großteils Chlor, Schmutz und Keime von den Augen fern.
Badewasser verstopft die Ohren
Beim Schwimmen gelangt Wasser auch in die Ohren. Verbleibt es dort oder saugt sich vorhandenes Ohrenschmalz (Cerumen) damit voll, kann das vorübergehend zu einer Hörminderung führen. Ein paar Mal auf und ab hüpfen oder den Kopf schütteln entfernt das Wasser. Einem Ohrenschmalzpfropf sollte man aber nicht eigenmächtig zu Leibe rücken, denn Wattestäbchen und ähnliche Utensilien schieben das Cerumen nur noch tiefer in den Gehörgang und können bei unsachgemäßer Handhabung sogar das Trommelfell beschädigen. Hier muss ein Facharzt für Hals, Nasen-, Ohrenkrankheiten für schmerzlose und kompetente Abhilfe sorgen. Er ist auch der richtige Ansprechpartner, wenn nach dem Schwimmen Schmerzen oder Juckreiz im Ohr auftreten. Zeichen, dass der Aufenthalt im kühlen Nass eine sogenannte Schwimmbad-Otitis (Gehörgangsentzündung) hinterlassen hat.
Zu viel Sonne schadet
Neben verschiedenen Krankheitserregern lauern in Freibädern und an Badeseen aber noch andere Gesundheitsgefahren. Zum Beispiel Folgen zu langer bzw. ungeschützter Sonnenbäder. Einen Sonnenbrand verhindern bekanntlich richtig und rechtzeitig aufgetragene qualitativ hochwertige Sonnenschutzmittel.
Wer sich zu lange der Sonne aussetzt, riskiert aber nicht nur einen Sonnenbrand, eine vorzeitige Hautalterung und die Entstehung von Hautkrebs, sondern auch einen Sonnenstich. Er ist die Folge einer zu intensiven Hitzeeinwirkung auf den Kopf, die eine Irritation der Hirnhäute auslöst. Typische Symptome sind ein hochroter Kopf, Unruhe, Kopfweh und Nackenschmerzen bis hin zur Nackensteifigkeit. Auch Ohrgeräusche, Erbrechen und Bewusstseinstörungen können vorkommen. Im Gegensatz zum weit gefährlicheren Hitzschlag ist beim Sonnenstich die Körpertemperatur nicht erhöht.
Erste Hilfe beim Sonnenstich: Den Betroffenen unverzüglich aus der direkten Sonneneinstrahlung wegbringen, seinen Kopf mit feuchten, aber nicht eiskalten Tüchern kühlen und ihm – so er klar bei Bewusstsein ist – Wasser zu trinken geben. Dann ärztliche Hilfe holen. Bei starkem Erbrechen, Teilnahmslosigkeit oder Bewusstseinstörungen sofort den Notarzt verständigen.
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Datum: 18. Juli 2013
Kategorien: Gesundheit allgemein