Kinesiologie: Muskelspannung als Gesundheitstest

©panthermedia.net, Alistair Cotton

Blockaden im Energiefluss des Organismus verändern den Funktionszustand der Muskulatur. Das nutzt die Kinesiologie zur Diagnostik und Therapie verschiedener Krankheiten.

Die Kinesiologie (griech. kinesis: Bewegung, logos: Lehre) hat ihren Ursprung in der Chiropraktik (Dr. George Goodheart 1964). Sie umfasst sämtliche Verfahren, in denen der sogenannte “Muskeltest“ zur Anwendung kommt. Letzterer soll aufdecken, wie es mit dem Energiehaushalt des Körpers steht und welche Ursachen hinter einer Krankheit stecken, denn die Kinesiologie beruht auf der Vorstellung, dass ein gestörter Energiefluss im Organismus die Ursache körperlicher und seelischer Probleme ist. Mit Hilfe unterschiedlicher Verfahren will die ganzheitliche Heilmethode diese Blockaden aufdecken und auflösen. Damit soll sie Beschwerden wie z.B. Kopf- oder Rückenschmerzen, Verspannungen, Verdauungsstörungen, Angstzustände, Lernschwierigkeiten oder Allergien u.a.m. beseitigen oder zumindest lindern.

Muskeltest als Grundlage

Bestimmte Muskeln korrespondieren mit bestimmten Meridianen (laut Traditioneller Chinesischer Medizin bestimmten Organen bzw. Organsystemen zugeordnete Energiebahnen, in denen die Lebensenergie fließt). Daher lassen sich aus dem Muskeltest (Ergebnis: „verriegelt“ oder „entriegelt“) Rückschlüsse ziehen, was den Körper in welchem Meridian – sprich Organ/Organsystem – belastet und blockiert. Das läuft folgendermaßen ab: Der Patient soll einen Körperteil – z.B. einen Arm oder ein Bein – gegen einen vom Kinesiologen ausgeübten leichten Druck an einem bestimmten Ort halten. Kann er das nicht, ist das ein Hinweis auf eine energetische Blockade bzw. einen schädlichen Einfluss. Berührungen oder sanfte Massagen an bestimmten Meridianpunkten sollen dieses Ungleichgewicht ausbalancieren und korrigieren. Gezielte Übungen bringen die Energie wieder zum Fließen und aktivieren die Selbstheilungskräfte.

Körperbefragung gibt Feedback

Der Muskeltest kann – wissenschaftlich nicht unumstritten – auch zu direkten Fragen Auskunft geben wie z.B. ob eine bestimmte Arznei (Heilkraut, Homöopathikum etc.) hilft oder ein bestimmtes Nahrungsmittel schadet. Neben der reinen Fragestellung bedient sich die kinesiologische Körperbefragung auch der Substanzentestung, indem während des Muskeltests z.B. ein Medikament oder ein Nahrungsmittel ohne es zu schlucken in den Mund genommen oder in einem Glas in der Hand gehalten wird. Basierend auf der Annahme, dass der Körper selbst weiß, was gut für ihn ist und was nicht, soll sich ein negativer Einfluss der getesteten Substanz auf ihn beim Test in einer Schwächung von Muskeln zeigen.

Alternative Heilmethode mit vielen Gesichtern

Kinesiologie ist quasi eine Art Werkzeug, um Energien ökonomisch und zielgerichtet einzusetzen um z.B. eine Leistungssteigerung, einen besseren Umgang mit Stress aller Art, Lebensfreude, Einklang mit sich selbst, eine gute Lebensqualität u.v.a.m. zu erreichen.
Die noch relativ neue Disziplin umfasst verschiedene Richtungen (“Schulen”), die sich z.B. teilweise in ihren Bewegungstechniken (z.B. Klinische Kinesiologie: Mudras = Fingerbewegungen und -stellungen zur Beseitigung von Energie-Imbalancen) unterscheiden Dazu gehören beispielsweise die Angewandte Kinesiologie (Applied Kinesiology), Touch for health , Edu-Kinesthetik, Hyperton X (HT-X) , die Physioenergetik u.v. a.m.

Subjektivität als Fehler- und Gefahrenquelle

Muskeltests und Körperbefragungen sind zwar frei von Nebenwirkungen, beruhen aber mehr auf subjektiven Wahrnehmungen als nachgewiesenen Effekten und sind beeinflussbar. So kann sich beispielsweise allein schon die Art der Fragestellung auf das Ergebnis auswirken. Schlimmstenfalls werden sogar Krankheiten gefunden, die nicht wirklich existieren.

 

Interessante Informationen zum Thema Kinesiologie finden Sie hier:

Österreichischer Berufsverband für Kinesiologie

 

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