Reflux, GERD, Sodbrennen

©panthermedia.net Piotr Marcinski

Allgemeines:

Die Refluxerkrankung ist die häufigste Erkrankung des oberen Magen-Darm-Trakts und hat eine Reihe von Erscheinungsformen. Die Häufigste ist quälendes Sodbrennen. Abgesehen von diversen Symptomen, die je nach Ausprägung für den Betroffen verschieden stark die Lebensqualität mindern, hat der Reflux im Rahmen der extraösophagealen Manifestation (außerhalb der Speiseröhre) einen bedeutenden Stellenwert in der Schädigung von anderen Organen insbesondere der Lunge.Sehr häufig haben Patienten mit einer COPD (chronisch obstruktive Atemwegserkrankung) als Ursache einen nicht adäquat diagnostizierten oder insuffizient behandelten Reflux. Daneben hat die GERD über den Barrett (Vorstufe für einen Speiseröhrenkrebs) eine bedeutsame onkologische Komplikation. Die Prävalenz des Barrett in der Normalbevölkerung  beträgt rd. 1,6%, bei GERD Patienten jedoch bis zu 35%, wobei der Barrett den stärksten bekannten Risikofaktor für ein Ösophaguskarzinom darstellt. Die Inzidenz des Speiseröhrenkrebses auf Grund von Reflux wächst schneller als jede andere Tumorart in den westlichen Ländern. Wir sprechen also von einer großen Patientengruppe, die eine adäquate Abklärung und Therapie benötigt.

Diagnostik:

Die Abklärung der Refluxerkrankung erfolgt nach dem 3-Säulenmodell:
  • Gastroskopie (=Magenspiegelung)
  • Impedanzmessung (=Erfassung des Reflux nach Häufigkeit und Stärke in 24 Stunden)
  • Videokinematographie (=spezielles Röntgen)
 
 
Die Magenspiegelung ist sicherlich die wichtigste und erste Untersuchung bei Beschwerden oder Schmerzen im Oberbauch zwischen den Rippenbögen bzw. bei Aufstossen oder Brennen hinter dem Brustbein, vorausgesetzt es wurde eine Herzerkrankung bereits ausgeschlossen. In der Magenspiegelung,  die unter  einem Dämmerschlaf völlig schmerzfrei  durchgeführt wird, kann man die Schleimhaut exakt beurteilen und auch Gewebeproben entnehmen. Somit ist diese Diagnostik einem Magenröntgen deutlich überlegen. Daneben können ein etwaig bestehender Zwerchfellbruch und Entzündungen an der Speiseröhre beurteilt und klassifiziert bzw. quantitativ erfasst werden. Die entnommenen Gewebsproben werden von einem Pathologen aufgearbeitet. Je nach Ergebnis wird im Anschluss eine Impedanzmessung geplant.Die Impedanzmessung ist eines der modernsten Verfahren für eine quantitative Abklärung der Refluxerkrankung und ist der herkömmlichen pH Metrie deutlich an Informationsgehalt überlegen. Es können sowohl saurer, (neutraler), alkalischer und gasförmiger Reflux (Aufstossen) eindeutig gemessen werden. Die Messung selbst ist unabhängig von der Einnahme von diversen „Säureblockern“. Diese Tatsache ist für Sie angenehm, da Sie nicht auf Ihre Symptome lindernde Medikamente verzichten müssen. Während der kontinuierlichen Aufzeichnung über 24 Stunden können Sie durch Drücken von Tasten Ihr subjektives Empfinden dokumentieren (Symptomenkorrelation). Diese Korrelation kann insbesondere bei für Reflux untypischen Beschwerden weitere Aufschlüsse geben. Sollten in Spezialfällen, insbesondere bei Speiseröhrenbewegungsstörung oder aber auch bei der Achalasie Fragen offen bleiben, wird eine Manometrie zur Klärung angeschlossen.
Die Videokinematographie (Videoschluck) kann als funktionelle Untersuchung des Schluckakts u.a. Aufschlüsse über die Speiseröhrenbewegung geben, die zusammen mit den Ergebnissen der Impedanzmessung und denen der Gastroskopie eine  genaue, auf Ihre Beschwerden zugeschnittene Therapieplanung erlaubt.

Therapie:

Die Therapie reicht von einer ganz banalen Umstellung der Lebensgewohnheiten über eine medikamentöse Therapie bis zu einer operativen Rekonstruktion des Ventils zwischen Magen und Speiseröhre bei einem Zwerchfellbruch, um den Reflux und Ihre Beschwerden adäquat und ausreichend gut zu behandeln.Achtung: eine Langzeiteinnahme von Säureblockern kann unter Umständen sehr unangenehme und zum Teil ernstzunehmende Nebenwirkungen haben.
Die Art der Therapie ist letztendlich nicht nur von der Befundkonstellation, sondern auch von Ihrem persönlichen Beschwerdebild, vom Ansprechen und Erfolg der vorangegangenen Therapie und Ihrem Wunsch der Art der Behandlung abhängig.Ich nehme mir sehr gerne Zeit und gebe Ihnen eine umfassende Beratung über Diagnose- und Therapiemöglichkeiten Ihrer Beschwerden, um rasch eine Symptomenfreiheit zu erreichen.
Dieser Fachbeitrag wurde zur Verfügung gestellt von OA Dr. Thomas Winkler. Dr. Thomas Winkler betreibt eine Ordination in 1010 Wien sowie eine Ordination in 2320 Schwechat – Mannswörth