Zysten

© Fotolia - elvira gerecht© Fotolia - elvira gerecht

Zusammenfassung
Eine Zyste ist ein Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist und sich in allen Geweben und Organen des menschlichen Körpers bilden kann.

Was ist eine Zyste?

Bildet sich in den Geweben und Organen des menschlichen Körpers ein Hohlraum, der mit Flüssigkeit gefüllt ist, dann wird dieser Hohlraum als Zyste bezeichnet. Eine Zyste ist fast immer eine gutartige Gewebeneubildung. Eine Behandlung ist nur dann notwendig, wenn die Zyste Probleme verursacht.

 

Wie entsteht eine Zyste?

Zysten entstehen, wenn eine Flüssigkeit (Blut, Eiter, Lymphflüssigkeit, Talg) nicht ablaufen kann. Die Anlage dazu kann vererbt sein, sich aufgrund von Entwicklungsstörungen beim Embryo, durch den Einfluss von Medikamenten, nach einem Gewebstrauma oder im Zuge einer Krebserkrankung bilden. Darüber hinaus gibt es je nach Art der Zyste unterschiedliche Gründe für die Entstehung.

  • Zysten in der Haut (Talgdrüsenzysten, Follikelzysten, Epithelzysten) bilden sich, weil Talg nicht ablaufen kann.
  • Zysten in den Eierstöcken, der Gebärmutterschleimhaut, der Brust und den Hoden entstehen oft aufgrund von Unstimmigkeiten im Hormonhaushalt, die dazu führen, dass sich eine Gewebekapsel mit Sekret bildet.
  • Zysten in den Nieren und der Leber sind häufig angeboren, werden manchmal aber auch durch Infektionen oder die Einnistung von Parasiten, wie z.B. Bandwürmern, verursacht.
  • Zysten in der Schilddrüse können angeboren sein oder sich durch hormonelle Unstimmigkeiten entwickeln.
  • Kieferzysten und Zysten an der Zahnwurzel und im Zahnfleisch bilden sich häufig nach Verletzungen oder Zahnbehandlungen bzw. Wurzelbehandlungen, wenn Blut oder Eiter nicht abfließen kann.
  • Knochenzysten bilden sich oft nach Knochenbrüchen.
  • Zysten in der Lunge können durch eine Infektion mit verschiedenen Erregern verursacht werden oder entstehen im Zug der Erkrankung an zystischer Fibrose (Mukoviszidose), einer angeborenen Stoffwechselerkrankung.
  • Zysten im Gehirn können angeboren sein oder durch Infektionen entstehen.

 

Wie erkenne ich eine Zyste?

Wie man eine Zyste erkennt, hängt von der Art der Zyste ab.

  • Zysten in der Haut sind als kleine Knoten bzw. Geschwulste sichtbar und tastbar.
  • Zysten in den Eierstöcken, der Gebärmutterschleimhaut, der Brust und den Hoden verursachen keine Schmerzen und werden meist per Zufall bei einer Routine-Ultraschalluntersuchung entdeckt. Erst ab einer gewissen Größe können sie als Schwellung sichtbar und tastbar sein. Zysten in den Eierstöcken können dazu führen, dass ein Kinderwunsch unerfüllt bleibt.
  • Nieren- und Leberzysten verursachen meist keine Schmerzen und werden daher oft nur durch Zufall im Rahmen einer anderen Untersuchung durch ein bildgebendes Verfahren entdeckt.
  • Zysten in der Schilddrüse können ab einer gewissen Größe für ein unangenehmes Engegefühl im Hals sorgen.
  • Zysten im Bereich des Kiefers bzw. Zahnhalteapparats machen sich meist durch ein Druckgefühl und Schmerzen bemerkbar.
  • Zysten im Knochen sind meist nicht spürbar.
  • Zysten in der Lunge können Atembeschwerden verursachen.
  • Zysten im Gehirn sind meistens nicht spürbar.

 

Wie erfolgt die Diagnose einer Zyste?

Die Diagnose einer Zyste erfolgt durch ein Arzt-Patient-Gespräch, Blickdiagnostik, ein Abtasten, bildgebende Verfahren, wie z.B. eine Ultraschalluntersuchung oder eine Magnetresonanztomografie. Manchmal sind eine Blutuntersuchung oder die Punktion der Zyste notwendig.

 

Wie wird eine Zyste behandelt?

Eine Zyste muss nur behandelt werden, wenn sie Probleme bereitet. Die Behandlungsmöglichkeiten sind unterschiedlich und richten sich nach der Art der Zyste. Die häufigen Hautzysten können z.B. durch einen kleinen chirurgischen Eingriff entfernt bzw. aus der Haut herausgeschnitten werden. Eierstockzysten werden oft hormonell behandelt, können aber wie fast alle übrigen Zysten chirurgisch entfernt werden.

 

Wie kann man einer Zyste vorbeugen?

Einer Zyste kann man nicht vorbeugen.

 

Wie verläuft die Krankheit?

Zysten können wachsen und für Beschwerden sorgen, weil sie ab einer gewissen Größe auf umliegendes Gewebe drücken oder die Funktion von Organen beeinträchtigen. Eine Zyste kann auch platzen, was je nach Lage der Zyste entweder gar nicht bemerkt wird oder für Schmerzen und innere Blutungen sorgen kann, die lebensbedrohlich sein können.

 

Wann sollte ich einen Arzt bei einer Zyste aufsuchen?

Sobald eine Zyste Beschwerden verursacht, sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Weitere Informationen:

Stöger A.: Hauterkrankungen von A bis Z. Wien 2012

Cover400_HauterkrankungenA-Z zum Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Redaktion: Mag. Sabine Stehrer

Fachliche Freigabe: Univ.-Prof. Dr. Christine Kurz, Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe an der Universitätsklinik für Frauenheilkunde am AKH Wien