Tuberkulose (Schwindsucht, TBC)

© Fotolia - Henrie

Zusammenfassung
Die weltweit verbreitete Infektionskrankheit Tuberkulose wird durch Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch übertragen. Nicht jede Infektion führt zur Erkrankung.

Was ist Tuberkulose?

Tuberkulose (kurz TBC) ist eine Infektionskrankheit, die von Bakterien verursacht wird. Die Krankheit verläuft chronisch und kann praktisch alle Organe befallen, in erster Linie besiedeln die Bakterien vor allem die Lunge. Die Übertragung des Erregers Mycobacterium tuberculosis erfolgt meist durch Tröpfcheninfektion, wenn die Bakterien von bereits infizierten Menschen ausgehustet und damit verbreitet werden (offene TBC). Werden die Bakterien eingeatmet, besiedeln sie zumeist die Lungenbläschen der Betroffenen.

Nicht jede Infektion führt zu einer Erkrankung. Denn normalerweise ist das menschliche Immunsystem stark genug, um den Ausbruch der Erkrankung zu verhindern. Bei Erwachsenen kann der Erreger jahrzehntelang im Körper „schlummern“ und verspätet zu Ausbrüchen führen. Bei Kleinkindern jedoch erkrankt über die Hälfte innerhalb eines Jahres nach erfolgter Ansteckung.

Tuberkulose führt die weltweite Statistik der tödlichen Infektionskrankheiten an (laut Schätzungen der WHO ca. 1,3 Millionen Todesopfer pro Jahr).

 

Wie viele Menschen sind von Tuberkulose betroffen?

Ein Drittel der Weltbevölkerung ist nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation WHO mit Tuberkulose- Bakterien infiziert. Jährlich stecken sich zirka 9 Millionen Menschen mit Tuberkulose an, davon geschätzte 3,3 Millionen Frauen. Aber nicht bei jeder infizierten Person bricht die Krankheit aus: Nur bei einer 1 von 10 infizierten Personen wird die Tuberkulose im Laufe ihres Lebens auch aktiv.

95 Prozent der Erkrankungen betreffen die armen Länder in Afrika und Asien – dort ist die Tuberkulose die häufigste tödliche Infektionskrankheit.

2014 wurden in Österreich 582 TBC-Erkrankungen registriert. Das entspricht 6,8 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner, am häufigsten war die Altersgruppe zwischen 25 und 34 Jahre betroffen. Damit hat Österreich eine höhere Häufigkeit als andere europäische Länder.

 

Wer hat ein erhöhtes Risiko, an Tuberkulose zu erkranken?

Ob sich jemand infiziert, hängt von seinen Widerstandskräften bzw. von der Anzahl der eingeatmeten Bakterien ab. Die Ansteckungsgefahr ist eher hoch

  • bei engem Kontakt in geschlossenen Räumen (z. B. Eltern und Kindern). Die Ansteckung von Kindern kann nur durch die rechtzeitige Diagnose bei hustenden Erwachsenen verhindert werden.
  • bei immunschwachen Personen wie z.B. Alkoholikern, Diabetikern, HIV-infizierten Menschen (Tuberkulose ist für ein Viertel der Todesfälle von HIV-Infizierten verantwortlich)
  • bei Personen, die immunsuppressive Medikamente oder Biologika einnehmen
  • bei im Gesundheitswesen Tätigen.

 

Wie erkenne ich Tuberkulose?

Falls die Person zwar infiziert wurde, das Immunsystem die Bakterien aber in Schach hält, zeigen sich keine Symptome. Kommt es zum Ausbruch der Erkrankung, sind Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Fieber, Husten, blutiger Auswurf und eine Brustfellentzündung wichtige Warnsignale.

 

Wie erfolgt die Diagnose von Tuberkulose?

Die erfolgte Ansteckung lässt sich frühestens 10 Wochen nach Kontakt mittels

  • Mendel-Mandoux-Test,
  • immunologischen Test (Interferon-Gamma-Release-Assay, kurz IGRA)
  • Entnahmen von Speichel- von Gewebeproben

nachweisen. Weiters wird ein Lungenröntgen durchgeführt.

Beim Mendel-Mandoux-Test wird mittels Injektion eine genau bestimmte Menge Tuberkulin in die Haut injiziert. Hatte das Immunsystem zuvor bereits Kontakt mit dem Tuberkulose-Erreger, so reagiert es mit einer tastbaren Verdickung der Haut an der Injektionsstelle.

Der Gamma-Interferon-Test (IGRA-Test, Interferon-Gamma-Release-Assay) ist eine Blutuntersuchung, bei der spezielle Abwehrzellen nachgewiesen werden, die auf Interferon-Gamma reagieren.

Sind der Mendel-Mandoux-Test und der IGRA-Test negativ, ist eine Infektion mit Tuberkulose sehr unwahrscheinlich.

Weiters gibt es auch relativ neue molekularen-genetischen (teuere) Schnell-Labortests, die innerhalb von 2 Stunden eine Infektion mit Tuberkulose-Bakterien im Körper nachweisen können.

Bei der TBS ist der Arzt verpflichtet, die Erkrankung dem öffentlichen Gesundheitsdienst zu melden. Dieser ermittelt die Kontaktpersonen und versucht festzustellen, wo die Ansteckungsquelle liegt und ob weitere Personen infiziert wurden.

 

Wie wird Tuberkulose behandelt?

Die Hauptrolle für den Ausbruch der Tuberkulose spielen Ernährung und Lebensumstände. Feuchte, dunkle Wohnungen bieten den Bakterien sehr gute Verhältnisse, sich zu vermehren. Alles, was das Immunsystem hingegen stärkt, schützt auch vor der Erkrankung.

Es gibt auch eine Impfung gegen Tuberkulose, sie gehört in vielen Ländern zu den Pflichtimpfungen. Die Impfung schützt zwar nicht vor einer Infektion. Wenn sich aber Kinder durch Kontakt mit erkrankten Erwachsenen anstecken, dann verläuft die Tuberkulose wesentlich milder.

In Österreich wird die Impfung nicht empfohlen, da die Häufigkeit der Neuerkrankungen in den letzten Jahren auf unter 10 pro 100.000 Personen gesunken ist.

Derzeit steht in Österreich kein zugelassener BCG-Impfstoff zur Verfügung.

 

Wie kann ich Tuberkulose vorbeugen?

Die Hauptrolle für den Ausbruch der Tuberkulose spielen Ernährung und Lebensumstände. Feuchte, dunkle Wohnungen bieten den Bakterien sehr gute Verhältnisse, sich zu vermehren. Alles, was das Immunsystem hingegen stärkt, schützt auch vor der Erkrankung.

Es gibt auch eine Impfung gegen Tuberkulose. In Österreich ist die Tuberkuloseinzidenz in den letzten Jahren auf unter 10 pro 100.000 gesunken, daher wird diese Impfung insbesondere im Hinblick auf die hohe Nebenwirkungsrate nicht mehr empfohlen. Derzeit steht in Österreich kein zugelassener BCG-Impfstoff zur Verfügung. In vielen Ländern gehört diese Impfung nach wie vor zu den Pflichtimpfungen.

 

Wie verläuft die Krankheit?

Wird die Tuberkulose nicht erkannt und behandelt, breitet sie sich in Schüben von der Lunge auf andere Organe aus. Besonders häufig betroffen sind das Rippenfell, die Lymphknoten, die Knochen und Gelenke, die Gehirnhäute und der Herzbeutel.

Auch die Bronchien können von der Tuberkulose betroffen sein. Bleibt die Lungentuberkulose lange Zeit unbehandelt, führt das zu einer Zerstörung der Lunge. Als Spätfolge kann Lungenkrebs auftreten.

 

Wann sollte ich einen Arzt bei Tuberkulose aufsuchen?

Bei Husten mit gelblich-grünem Schleim, der bereits länger als drei Wochen andauert, und wenn der Auswurf blutig ist, sollte jedenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

 

Weitere Informationen:

Deutsches Zentralkomitee zur Bekämpfung der Tuberkulose

http://www.pneumologie.de/dzk/

World Health Organization. Global Tuberculosis Report 2014

Nationale Referenzzentrale für Tuberkulose: Jahresbericht 2014. Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES), Institut für medizinische Mikrobiologie und Hygiene Wien

https://www.ages.at/download/0/0/fbcd2c5307d286f781323a72279e90d9a7bf9d14/fileadmin/AGES2015/Themen/Krankheitserreger_Dateien/Tuberkulose/tbcreport2014.pdf

Robert Koch Institut: Tuberkulose-Ratgeber für Ärzte 2013

 

 

Redaktion: Mag. Nathalie Auman

Fachliche Freigabe: Dr. Heinz Stolz, Facharzt für Lungenheilkunde in Wien