Kopfschmerzen, Spannungskopfschmerzen

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Zusammenfassung
Kopfschmerzen vom Spannungstyp bilden die häufigste Form von Kopfschmerzen. Etwa vier Prozent der Bevölkerung sind davon betroffen, Frauen häufiger als Männer. Die Schmerzen können episodisch (weniger als 15 Kopfschmerztage im Monat) oder chronisch (mehr als 15 Kopfschmerztage im Monat) auftreten und die Lebensqualität enorm beeinträchtigen.

Welche Symptome treten beim Spannungskopfschmerz auf?

Der episodisch auftretende Spannungskopfschmerz weist mindestens zwei der folgenden Kriterien auf:

  • Der Schmerz ist drückend, beengend, nicht pulsierend. Manche Patienten geben ein Gefühl an, als ob der Kopf in einen Schraubstock eingespannt wäre oder als ob ein zu enger Helm getragen würde.
  • Die Schmerzsymptome treten beidseitig auf (im Gegensatz zum einseitigen Migräne-Kopfschmerz) oder im ganzen Kopf.
  • Die Schmerzen werden als leicht bis mittel beschrieben.
  • Sie werden durch körperliche Aktivität nicht verstärkt.

Außerdem treten bei episodischen Spannungskopfschmerzen keine Übelkeit oder Erbrechen auf.

Der chronische Spannungskopfschmerz entspricht grundsätzlich dem episodischen, er tritt jedoch an mehr als 15 Tagen pro Monat und für länger als drei Monate auf. Außerdem kann er von einer milden Übelkeit bzw. von einer leichten Licht- oder Schallempfindlichkeit sowie von Depressionen oder Schlafstörungen begleitet werden.

 

Wie wird der Spannungskopfschmerz diagnostiziert?

Die Ursachen des Spannungskopfschmerzes liegen in einer Verspannung der kleinen Muskeln im Kopfbereich (an der Stirn, der Schläfe oder am Hinterkopf). Der Neurologe führt eine umfassende Anamnese und klinische Untersuchung durch. Eine Differentialdiagnose erfolgt, um andere Kopfschmerzursachen ausschließen zu können (etwa eine Migräne, eine Sinusitis mit Beteiligung der Kieferhöhlen, ein Glaukom oder einen Hirntumor). Bei bestimmten Verdachtsmomenten erfolgt eine Computertomographie oder eine Magnetresonanztomographie.

 

Wie werden Spannungskopfschmerzen behandelt?

Bei episodischen Spannungskopfschmerzen werden Bewegungs- und Dehnungsübungen sowie regelmäßiger Sport empfohlen. Für wenige Tage können auch Medikamente (etwa einfache Schmerzmittel auf Paracetamol- oder Acetylsalicylsäure-Basis) eingenommen werden. Einreibungen der Schläfen mit Pfefferminzöl sind ebenfalls sehr hilfreich.

Bei chronischen Kopfschmerzen des Spannungstyps kommen neben Ausdauersport wie Walking oder Radfahren auch Massagen und Sauna zum Einsatz. Auch Physiotherapie, Akupunktur, Akupressur  und natürlich Entspannungsübungen wie die Muskelentspannung nach Jacobson sind hilfreich. Da bei 64 Prozent der Patienten mit chronischen Spannungskopfschmerzen auch psychische Begleiterkrankungen wie Depressionen oder Angststörungen diagnostiziert werden, kommen auch entsprechende Medikamente wie Antidepressiva zum Einsatz.

 

Was kann man bei Spannungskopfschmerz selbst tun?

Zum Auffinden möglicher Ursachen des Spannungskopfschmerzes ist es für den Arzt sehr hilfreich, wenn der Patient ein Kopfschmerz-Tagebuch führt, in dem festgehalten wird, wie oft, wann oder bei welchen Gelegenheiten die Schmerzen auftreten. So können die Situationen, in denen die Schmerzen auftreten, vermieden werden. Wichtig ist auch, dass die verordneten Medikamente regelmäßig bzw. zuverlässig eingenommen werden. Zumeist ist die Kombination aus medikamentöser Therapie, Entspannungsübungen und regelmäßiger Bewegung der Königsweg, um die Spannungskopfschmerzen in den Griff zu bekommen.

Auf alle Fälle ist von der Einnahme von rezeptfreien Schmerzmitteln über einen längeren Zeitraum und ohne ärztliche Kontrolle abzuraten. Denn dabei besteht die Gefahr einer Schmerzmittelabhängigkeit, die zu neuerlichen Kopfschmerzen führen kann. Außerdem leidet man unnötig unter Beschwerden, die gut behandelt werden können.

 

Weitere Informationen

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Redaktion: Mag. Wolfgang Bauer

Spannungskopfschmerz_Foto_Klaus Dieter KieslingerFachliche Freigabe: Dr. Klaus-Dieter Kieslinger, Facharzt für Neurologie an der Klinik der Diakonissen Salzburg