Husten

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Zusammenfassung
Husten bezeichnet das Ausstoßen von Luft aus den Atemwegen, um diese zu reinigen und kann willkürlich oder unwillkürlich als Reaktion auf einen Hustenreiz erfolgen.

Was ist Husten?

Husten hat die Funktion der Abwehr von Krankheitserregern oder Substanzen, welche die Atemwege reizen und zu Schäden führen können, wie Staubpartikel, allergieauslösende Substanzen, Gifte oder Fremdkörper. Der Hustenreiz kann aber auch durch psychische Einflussfaktoren, wie z.B. Stress, ausgelöst werden.

Bei Husten handelt es sich um das Ausstoßen von trockener oder mit Schleim durchsetzter Luft aus den Atemwegen, das durch ein Zusammenziehen der Atemmuskulatur möglich wird. Es kann willkürlich erfolgen oder unwillkürlich als Reaktion auf einen Hustenreiz. Husten ist zumeist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom einer anderen Erkrankung und dient der Selbstreinigung der Atemwege. Die Behandlung richtet sich nach den verschiedenen Ursachen für Husten.

 

Wie entsteht Husten?

Reizen Erreger oder andere Substanzen bzw. Einflussfaktoren die Nerven in den Atemwegen, wird über die Nervenbahnen ein Hustenbefehl an das Hustenzentrum im Gehirn geleitet. Wenn es um die Entstehung von Husten geht, unterscheidet man grundsätzlich zwischen zwei Arten: akuter Husten und chronischer Husten.

  • Akuter Husten entsteht fast immer als Begleiterscheinung einer Erkältungskrankheit oder einer Grippeerkrankung, also einer bakteriellen oder viralen Infektion. Er tritt zumeist ein bis zwei Tage nach dem Halsweh und Schnupfen auf. Am Beginn ist der Husten trocken und sozusagen „unproduktiv“. Drei bis vier Tage nach der Infektion ist die ausgestoßene Luft mit Bronchialschleim durchsetzt. Der Husten ist nun „produktiv“, denn mit dem Ausstoßen von Schleim erfüllt er seinen eigentlichen Zweck, die Reinigung der Atemwege. Ist der Schleim klar, deutet das auf eine virale Infektion hin, ist er gelb oder grünlich, haben Bakterien die Infektion verursacht. Akuter Husten kann auch als Reaktion auf die Reizung mit allergieauslösenden Substanzen, Giftstoffen, Medikamenten oder – oft bei Kleinkindern – als Abwehrreaktion von Fremdmaterial auftreten sowie psychisch bedingt sein bzw. eine Reaktion auf Stress.
  • Unter chronischem Husten versteht man einen Husten, der länger als acht Wochen andauert. Wird dabei besonders zähflüssiger Schleim ausgestoßen, kann eine Bronchitis dahinterstecken, also eine Entzündung der Bronchialschleimhaut. Ist der ausgestoßene Schleim rötlich, ist möglicherweise eine Lungenentzündung die Ursache. Ist der chronische Husten trocken und treten die Hustenanfälle krampfartig auf, handelt es sich um Keuchhusten. Fortdauernder trockener Husten ist schließlich noch die typische Begleiterscheinung von Asthma, der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung COPD, die auch „Raucherlunge“ genannt wird, oder von Tuberkulose. Schließlich können noch eine Refluxerkrankung, Herzerkrankungen, Lebererkrankungen, rheumatische Erkrankungen oder fortdauernder Stress zu Dauerhusten führen.

 

Wie erfolgt die Diagnose von Husten?

Der Arzt informiert sich im Gespräch mit dem Patienten darüber, ob eine Erkältung oder eine Erkrankung an Grippe zu dem Husten geführt hat oder ob eine andere Grunderkrankung den Husten ausgelöst haben könnte. Danach hört er mit dem Stethoskop die Bronchien und die Lunge ab, um festzustellen, ob die Atemwege verschleimt sind. Entsteht der Verdacht, dass die Atemorgane in ihrer Funktion beeinträchtigt sind, wird er einen Lungenfunktionstest und ein Lungenröntgen empfehlen. Ist es wahrscheinlich, dass eine andere Erkrankung hinter dem Husten steckt, sind weitere Untersuchungen nötig. Dazu zählen eine Blutuntersuchung, ein EKG, mit dem die Herzfunktion überprüft wird, gegebenenfalls auch eine Magnetresonanztomografie oder eine Computertomografie.

 

Wie wird Husten behandelt?

Die Behandlung von Husten richtet sich nach der Ursache.

  • Akuter Husten lässt sich, solange er trocken ist, am besten mit sogenannten Antitussiva lindern, die im Hustenzentrum im Gehirn den Hustenreiz unterdrücken. Ist der akute Husten von Schleimauswurf begleitet, helfen sogenannte Expektorantien, die den Schleim lösen und den Husten schneller abklingen lassen.
  • Um chronischen Husten auszuheilen, muss die dahinter liegende Grunderkrankung behandelt werden. Parallel helfen Mittel, die zur Abschwellung der Schleimhäute führen, und kortisonhaltige Medikamente, die die Entzündungen abheilen.

 

Wie kann ich Husten vorbeugen?

Vor dem akuten, meist durch bakterielle oder virale Erreger verursachten Husten kann man sich schützen, indem man sich in Erkältungs- und Grippezeiten von bereits Erkrankten fernhält bzw. sich abwendet, wenn jemand hustet oder niest. Die Erreger, die beim Niesen und Husten mit bis zu 100 km/h mit der Atemluft und in den Schleimpfröpfchen ausgestoßen werden, überleben einige Stunden, z.B. auf Türgriffen oder Sessellehnen. Vorbeugen kann man einer Infektion daher auch, wenn man vermeidet, mit der Hand an die Nase oder den Mund zu greifen und sich dadurch selbst mit den Erregern zu infizieren, und sich häufig die Hände wäscht.

 

Wann sollte ich mit Husten einen Arzt aufsuchen?

Sobald der Husten länger als acht Wochen dauert, ist ein Arztbesuch empfehlenswert.

 

Welche Hausmittel gibt es?

Gegen akuten Husten helfen Schonung, die Inhalation von Salzlösungen oder Lösungen, die pflanzliche Öle enthalten, Tee mit Honig, Hühner- und Zwiebelsuppe.

 

Weitere Informationen:

Redaktion: Mag. Sabine Stehrer

Fachliche Freigabe: Univ.-Prof. Dr. Andreas Temmel, Facharzt für Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde sowie Kopf- und Halschirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwester in Wien und in Perchtoldsdorf