COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung, „chronic obstructive pulmonary disease“, chronische Lungenerkrankung, Raucherhusten)

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Zusammenfassung
COPD ist eine chronische Erkrankung der Lunge. Sie entsteht infolge einer langjährigen Schädigung durch äußere Einflüsse, in erster Linie durch das Rauchen.

Was ist COPD?

Bei der chronisch-obstruktiven Lungenerkrankung COPD kommt es zu einer langsam fortschreitenden Verschlechterung der Lungenfunktion durch Schädigung von Lungengewebe. Mit Rauchstopp, Medikamente und Bewegung lässt sich die Erkrankung sehr gut behandeln. Bei COPD reagiert die Lunge mit einer chronischen Entzündung auf Schadstoffe wie Rauch, Staub oder Schimmel. Um sich gegen die schädlichen Substanzen zu wehren, bildet die Lunge mehr Schleim, die Folgen sind Husten und Auswurf. Die Bronchien verengen sich, damit möglichst wenige Schadstoffe mit dem Lungengewebe in Berührung kommen. Es kommt zur Atemnot. Verengte Bronchien und mehr Schleim führen zu einem „Luftstau“, weil nicht mehr vollständig ausgeatmet werden kann. Durch die große Luftmenge werden die Wände der Lungenbläschen geschädigt, die Lungenfunktion wird stark beeinträchtigt. Der Körper wird schleichend mit immer weniger Sauerstoff versorgt. Betroffene haben Probleme mit der Atmung. Das ist vom Erkrankungsstadium abhängig. Bei schwerer COPD ist das auch im Ruhezustand der Fall. Durch die Atemnot bewegen sich Betroffene zu wenig, es kommt zu einer Abnahme von Muskelkraft und Muskelmasse.

Man geht davon aus, dass in Österreich rund 1 Million Menschen von COPD betroffen sind. Ein Großteil leidet daran, ohne es zu wissen, da die Erkrankung besonders im Frühstadium kaum Beschwerden verursacht.

 

Wie entsteht COPD?

Die Hauptursache ist Zigarettenrauch. 80 bis 90 % der Betroffenen rauchen seit mehr als 20 Jahren mindestens eine Packung Zigaretten am Tag. Bei den übrigen Personen sind die Ursachen auf jahrelanges Passivrauchen, oft berufsbedingtes Einatmen von Feinstaub (Löten, Schweißen, Baustellenarbeiten…), häufige Atemwegsinfektionen, auf eine Asthmaerkrankung oder auf einen angeborenen Enzymmangel zurückzuführen.

 

Wie erkenne ich COPD?

COPD verursacht zu Beginn der Erkrankung keinerlei Schmerzen, Beschwerden als solche werden oft nicht ernst genommen, Raucher tun sie als „Raucherhusten“ ab. Die ersten Symptome sind (morgendlicher) Husten und Auswurf. In der Folge kommt es zu Atemnot bei körperlicher Belastung, wie beispielsweise beim Stiegensteigen.

 

Wie erfolgt die Diagnose von COPD?

Die Diagnose erfolgt durch einen Lungenfunktionstest, der sogenannten Spirometrie. Dabei wird festgestellt, wie groß das Lungenvolumen ist. Bei der Spirometrie wird über ein Mundstück in ein Gerät ausgeatmet. Entscheidend für die Messung ist die Luftmenge, die ausgeatmet wird. Eine weitere spezifische Untersuchung ist die Blutgasanalyse. Eine Asthma-Erkrankung kann mit dem sogenannten „Bronchospasmolyse-Test“, bei dem ein bronchienerweiterndes Medikament verabreicht wird, diagnostiziert bzw. ausgeschlossen werden.

 

Wie wird COPD behandelt?

Die Behandlung ist vom Krankheitsstadium abhängig: In sehr frühen Stadien hilft es schon sehr, mit dem Rauchen aufzuhören. Regelmäßige körperliche Bewegung wie Nordic Walking oder Radfahren erhält die Leistungskraft, steigert das Wohlbefinden und kann die Beschwerden einer COPD lindern. Wichtig ist es auch, sich mit Hilfe einer Influenza- bzw. Pneumokokken-Impfung vor einer Infektion zu schützen.

Im mittelschweren Erkrankungsstadium werden zusätzlich (inhalative) Medikamente verordnet, die entzündungshemmend wirken und die Bronchien erweitern.

In einem schweren Krankheitsstadium müssen Betroffene oft mit Sauerstoff versorgt werden, eine Maßnahme, die das Leben der Patienten verlängert. Eine operative Möglichkeit bietet eine Lungentransplantation. Dabei werden je nach Grad der Lungenschädigung einer oder beide Lungenflügel von einem Spender transplantiert.

 

Wie kann ich COPD vorbeugen?

Die beste Vorbeugung ist es, erst gar nicht mit dem Rauchen zu beginnen bzw. damit möglichst schnell aufzuhören. In den meisten Fällen ist jahrzehntelanges Rauchen für die Entstehung von COPD verantwortlich. Wichtig ist es auch, nicht passiv mitzurauchen bzw. möglichst keinen Feinstaub einzuatmen. Bei den ersten Anzeichen wie morgendlicher Husten mit Schleimbildung bzw. Auswurf sowie Atemnot sollte man einen Arzt aufsuchen.

 

Wie verläuft COPD?

Wird COPD nicht behandelt, schreitet sie kontinuierlich fort. Das Lungengewebe wird immer stärker geschädigt. Das Atmen fällt schwer, zuerst bei körperlichen Belastungen, dann schon in Ruhe. Im weiter fortgeschrittenen Stadium fühlt sich der Betroffene stark geschwächt und in seiner Bewegungsfähigkeit sehr eingeschränkt bis hin zur Invalidität.

 

Wann sollte ich einen Arzt bei COPD aufsuchen?

Besonders Raucher sollten bei Kurzatmigkeit bzw. Atemnot einen Arzt aufsuchen. Husten (besonders am Morgen), verbunden mit zähem Schleim, sollte auch abgeklärt werden. Krankheitszeichen wie Müdigkeit, Abgeschlagenheit und/oder Fieber sind ebenfalls Alarmzeichen.

Wird eine COPD frühzeitig erkannt, kann der Abbau des Lungengewebes gestoppt werden.

 

Weitere Informationen:

Arznei & Vernunft: COPD Patienteninformation, Chronisch obstruktive Lungenerkrankung, August 2014

Hartl S., Netz M.: Husten, Atemnot, COPD, Hauptverband der österr. Sozialversicherungsträger, Wien 2012

Österreichische Gesellschaft für Pneumologie: www.atmenstatthusten.at
Redaktion: Mag. Nathalie Auman

Fachliche Freigabe: Dr. Heinz Stolz, Facharzt für Lungenheilkunde in Wien