Brustkrebs

© Fotolia - gstockstudio

Zusammenfassung
Brustkrebs ist eine bösartige Erkrankung der Brustdrüsen.

Was ist Brustkrebs?

Beim Brustkrebs oder Mammakarzinom handelt es sich um ungebremstes Wachstum von Zellen in der Brustdrüse. Mehr als die Hälfte aller Mammakarzinome liegen im oberen äußeren Quadranten der Brust: Über Blut und Lymphe können Krebszellen auch in andere Körperregionen gelangen und dort Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden – als erstes häufig nur in der betroffenen Körperregion, z.B. in den Lymphknoten im Achselbereich. Bleibt die Erkrankung unentdeckt oder unbehandelt, können die Tumorzellen schließlich in alle Organe streuen; besonders häufig sind bei Brustkrebs die Knochen, Lunge und Leber von Metastasen betroffen.

Bösartige Tumore müssen von gutartigen (benignen) Tumoren der Brust unterschieden werden. Gutartige Tumore wachsen langsam, verdrängen umliegendes Gewebe, dringen aber nicht in das Gewebe ein. Beim Mammakarzinom teilen sich entartete Zellen nahezu ungehindert, dringen in umliegendes Gewebe ein und zerstören es – darüber hinaus können Metastasen gebildet werden.

Brustkrebs ist die häufigste Tumorerkrankung bei Frauen – etwa jede achte Frau ist im Laufe ihres Lebens von einem Mammakarzinom betroffen; das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei 65 Jahren. Pro Jahr werden in Österreich mehr als 5.000 Neuerkrankungen diagnostiziert, in mehr als 99 Prozent sind es Frauen, in weniger als einem Prozent der Fälle erkranken Männer an Brustkrebs.

Wie entsteht Brustkrebs? 

Während die genauen Ursachen von Brustkrebs bisher ungeklärt sind, sind einige Risikofaktoren bekannt:

  • frühe erste Menstruation,
  • späte Menopause,
  • keine Schwangerschaft oder erste Schwangerschaft nach dem 30. Lebensjahr,
  • Langzeit-Hormonersatztherapie,
  • Fettleibigkeit (Adipositas),
  • ionisierende Strahlung (z.B. durch Nuklearunfälle) ,
  • exzessiver Alkoholkonsum.

Fünf bis zehn Prozent aller Fälle sind auf eine genetische Veranlagung zurückzuführen, das gilt vor allem für Genmutationen von BRCA1 und BRCA2. Der weltweite Anstieg von Brustkrebserkrankungen wird vor allem auf die steigende Lebenserwartung zurückgeführt – mit dem Alter steigt das Erkrankungsrisiko. Dank immer besserer Früherkennungs- und Therapiemöglichkeiten sinkt die Zahl der durch Brustkrebs bedingten Todesfälle seit einigen Jahren kontinuierlich. Entscheidend ist eine möglichst frühzeitige Diagnose: Je eher Brustkrebs erkannt und behandelt wird, desto besser stehen die Chancen für eine vollständige Heilung. Die Heilungsrate liegt in Österreich derzeit bei rund 80 Prozent.

Wie erkenne ich ein Mammakarzinom? 

Bei etwa 80 Prozent der Patientinnen kommt es zu schmerzlosen Knoten in der Brust.
Weitere mögliche Alarmzeichen sind:

  • gerunzelte Haut im Brustbereich,
  • plötzliches Auftreten eingezogener Brustwarzen,
  • nicht heilende Ekzeme im Bereich der Brustwarzen,
  • Knoten in der Achselhöhle,
  • blutige Sekretion aus der Brustwarze.

Wie erfolgt die Diagnose von Brustkrebs?

Die Untersuchung besteht aus:

  • Körperliche (=klinische) Untersuchung der Brust

Die Brust wird hinsichtlich möglicher Veränderungen – Hautveränderungen, Einziehungen, Größenunterschiede, versteckte Gefäßzeichnungen – untersucht. Neben der Brust werden die Ausläufer des Brustmuskels und die Achseln abgetastet.

  • Bildgebende Verfahren

Das wichtigste bildgebende Verfahren ist die Mammografie – das Bruströntgen. Weitere Untersuchungsmethoden: Sonografie, Vergröβerungsmammografie, die Magnetresonanztomografie (MRT).
Bei Veränderungen (entweder ein tastbarer Knoten oder ein entsprechend verdächtiger Befund in der Bildgebung) erfolgt außerdem eine

  • Untersuchung des Gewebes (Histologie) aus einer Nadelbiopsie.

Ergibt die Abklärung eine gutartige Veränderung, kann ein Knoten unter Umständen belassen werden (unter Nachbeobachtung). In jedem anderen Fall wird die Veränderung chirurgisch entfernt.

Wie wird Brustkrebs behandelt?

Chirurgisch: Die operative Entfernung ist unerlässlich in der Therapie des Mammakarzinoms. In mehr als 90 Prozent der Fällen gelingt es erfahrenen ChirurgInnen, beim Entfernen des Tumors die Brust zu erhalten. Muss – etwa aufgrund verspäteter Entdeckung – doch einmal die Brust entfernt werden, kann sie wieder aufgebaut werden, entweder zeitverzögert, z.B. ein bis zwei Jahre nach der Entfernung, oder – bei bestimmten Tumortypen – unmittelbar nach der Tumoroperation.
Auf die Operation folgt üblicherweise eine Strahlentherapie, die drei bis sechs Wochen dauert. Dabei sorgen Strahlen dafür, dass allenfalls verbliebene Krebszellen in ihrem Wachstum behindert und zerstört werden.

Da sich Brustkrebs sehr schnell im Körper ausbreiten kann, wird schon in frühem Stadium  mit einer im ganzen Körper wirksamen (= systemischen)  Therapie behandelt.

Eine Hormontherapie ist sinnvoll, wenn die Tumorzellen Hormonrezeptoren an ihrer Oberfläche aufweisen. Anti-Hormone in Tablettenform beeinflussen die Bildung der Östrogene in Eierstöcken und Fettgewebe.

Zytotoxische Substanzen (=Chemotherapie) – in Tablettenform oder als Infusion verabreicht – stoppen die Zellteilung und wirken damit dem Tumorwachstum entgegen.

Immun-Therapie oder zielgerichtete Therapie wird immer häufiger eingesetzt: Dabei werden Medikamente gegen bestimmte molekulare Zielstrukturen an Oberflächen eingesetzt – diese haben häufig ein sehr günstiges Wirkungs-Nebenwirkungs-Verhältnis.

Vorsorge

Das Röntgen der Brustdrüsen, die Mammografie, ist das wichtigste Instrument zur Früherkennung: Indem die Brust von allen Seiten durch Röntgenstrahlen abgebildet wird, lassen sich nicht tastbare Gewebsveränderungen (Knoten, Verdichtungen, Verkalkungen) bereits im Frühstadium erkennen. Die Entdeckung bösartiger Gewebsveränderungen (Tumor) macht eine rasche Behandlung möglich – und verhindert möglicherweise den Krebstod. Speziell bei einer Brust mit dichtem Drüsengewebe ist ergänzend ein Ultraschall sinnvoll, weil nur damit gewisse Gewebeveränderungen entdeckt werden können.

Trotz des regelmäßigen Bruströntgens ist die monatliche Selbstuntersuchung wichtig: Dabei tastet die Frau ihre Brust in den Tagen nach der Menstruation genau ab: Dann ist das Gewebe weicher, Veränderungen lassen sich besser erspüren und das Abtasten tut nicht weh.

Vorbeugung

Vorbeugung besteht im Minimieren möglicher Risikofaktoren. Das Brustkrebsrisiko wird u.a. gesenkt durch:

  • körperliche Bewegung: drei Mal pro Woche für wenigstens 60 Minuten
  • Abbau von Übergewicht, ausgewogene Mischkost
  • Nikotin meiden
  • selten vorsorgliche Entfernung der Brust (Mastektomie) bei sehr hohem Risiko (bei BRCA1– oder BRCA2-Trägerinnen) nach entsprechender Beratung.

Weitere Informationen 

SSeit Jänner 2014 gibt es österreichweit ein organisiertes Brustkrebsfrüherkennungsprogramm.

Infos zum Österreichischen Brustkrebs-Früherkennungsprogramm unter www.frueh-erkennen.at.

Redaktion: Mag. Alexandra Wimmer

Fachliche Freigabe: Univ. Prof. Dr. Michael Gnant, Leiter der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinischen Universität Wien