Basaliom (Basalzellkarzinom, weißer Hautkrebs, Nicht-Melanom-Hautkarzinome)

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Zusammenfassung
Die häufigste Form von Hautkrebs ist das Basaliom. Durch sein starkes Wachstum zerstört es Hautgewebe. Bei vollständiger Entfernung ist es gänzlich heilbar.

Was ist ein Basaliom?

Das Basaliom, auch Basalzellkarzinom genannt, ist der häufigste Tumor der Haut. Das Basaliom ist weltweit verbreitet, kommt jedoch bei Weißhäutigen zehnmal häufiger vor als bei Dunkelhäutigen. Auch Männer betrifft dieser Hauttumor doppelt so häufig wie Frauen.

Das Basaliom gehört zur Gruppe des „weißen Hautkrebses“. Das höchste Erkrankungsrisiko für ein Basaliom haben hellhäufige Menschen, die sich viel und oft der Sonne aussetzen. Sehr häufig treten die hautfarbenen bis bräunlichen Knötchen oder Geschwüre im Kopfbereich (Schädeldecke, Gesicht) auf. Das Basaliom wird vom Hautarzt meist operativ entfernt.

In Österreich gibt es pro Jahr etwa 20.000 bis 30.000 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohner, Menschen mit heller Haut (Hauttyp 1 und 2) sind besonders gefährdet.

Die Wahrscheinlichkeit, an einem Basaliom zu erkranken, steigt mit Häufigkeit der UV-Einstrahlung. Stark gefährdet sind Menschen, die beruflich viel im Freien zu tun haben.

Ein Basaliom entsteht durch intensive UV-Strahlung und weist zu Beginn der Erkrankung oft in Gruppen angeordnete kleine hautfarbene oder bräunlich rote Knötchen auf. Bevorzugt tritt das Basaliom im Gesicht, am Kopf, am Hals, im Nacken und an den Händen auf, kurzum an Stellen, die sehr häufig und über die Jahre hinweg dem Sonnenlicht ausgesetzt sind. Basalzell-Karzinome bilden zwar nur sehr selten Metastasen (Tochtergeschwülste) aus, das Basaliom sollte dennoch frühzeitig entfernt werden, da es in fortgeschrittenen Stadien großflächig tieferes Hautgewebe zerstört. Bei Eindringen in die Schädelkapsel oder durch Zerstörung lokaler lebensnotwendiger Strukturen kann eine Basaliom-Erkrankung auch tödlich enden.

 

Wie entsteht ein Basaliom?

Durch übermäßige UV-Strahlung des Sonnenlichts bzw. in Solarien. Jeder Mensch hat je nach Hauttyp einen bestimmten Eigenschutz der Haut vor UV-Strahlung. Wird dieser überschritten, kommt es zu Rötung und Schwellung der bestrahlten Haut (Sonnenbrand). Häufige Sonnenbrände bzw. lange andauernde Sonnenbestrahlung schädigen die Haut durch Beeinflussung des Erbguts im Zellkern nachhaltig, eine mögliche Folge sind verschiedene Typen von Hautkrebs.

Für die Entstehung eines Basalioms spielt vermutlich vorwiegend das UVA-Licht eine Rolle.

 

Wie erkenne ich ein Basaliom?

Das erste Anzeichen für ein Basaliom ist ein glattes, hautfarbenes bis bräunlich-rotes, einige Millimeter großes „Basaliomknötchen“, das wie Perlmutt glänzt und oft auch mit Gefäßerweiterungen durchzogen ist. Ein Basaliom besteht zunächst aus einem einzigen, später möglicherweise aus mehreren zusammengewachsenen Knötchen, die im weiteren Verlauf der Erkrankung wachsen.

Diese Hauterhabenheiten können aber auch einsinken, es bildet sich eine Art Mulde. Auch nässende, nicht heilende Geschwüre oder hartnäckige Verhornungen, die leicht bluten und mit Krusten bedeckt sind, sollte sich unbedingt ein Hautarzt ansehen.

Basaliome treten bevorzugt an Stellen auf, die der Sonne verstärkt ausgesetzt sind, wie

  • Stirn, Schläfen, Glatze,
  • Nasenrücken,
  • Ohrmuscheln,
  • Wange,
  • Nacken,
  • Handrücken,
  • Unterarme.

Selten sind diese Karzinome auch am Rumpf und an den Beinen zu finden. Sie treten nicht  an den Handflächen und Fußsohlen auf.

 

Wie verläuft die Erkrankung?

Typisch für das Basaliom ist ein (meist) langsames Wachstum. Aus den Knötchen entwickeln sich Knoten. Das Basalzellkarzinom breitet sich in die Breite und Tiefe aus und zerstört damit auch Gewebe, das unter der Haut liegt, zum Beispiel Knochen oder Knorpel. Darum ist es wichtig, das Basaliom so früh wie möglich zu entfernen.

 

Wie erfolgt die Diagnose eines Basalioms?

Verdächtige Haustellen kann der Hautarzt mit einer Art Lupe, dem Dermatoskop, untersuchen. Zusätzlich wird eine oberflächliche Gewebeentnahme (Biopsie) durchgeführt, um bösartige Veränderungen auszuschließen.

 

Wie wird ein Basaliom behandelt?

Das Basaliom wird im Rahmen eines operativen Eingriffs vollständig entfernt. Noch während des chirurgischen Eingriffs, der mit einer lokalen Betäubung in der Hautarztpraxis durchgeführt wird, kann mittels mikroskopischer Untersuchung kontrolliert werden, ob alle Krebszellen entfernt wurden. Nach der Operation bleibt eine Narbe zurück. In seltenen Fällen wird die Operation unter Allgemeinnarkose durchgeführt.

Andere Verfahren wie Elektrochirurgie, Laserchirurgie (nach einer Biopsie), Bestrahlungen oder Vereisung des Tumors (Kryotherapie) kommen meist nur in besonderen Fällen (abhängig vom Stadium der Erkrankung, von der Postion des Karzinoms, vom Alter oder auch von einer schweren Erkrankung des Betroffenen) zum Einsatz.

Es gibt auch neue Therapieansätze mit immunologisch wirkenden Salben. Bei inoperablen Fällen oder Metastasen ist auch eine Behandlung mit Tabletten möglich, welche in die biologische Vermehrung der Basaliomzellen bremsend eingreifen.

Diese Form von Hautkrebs kann bei fast allen Betroffenen geheilt werden, vor allem, wenn er in einem frühen Stadium behandelt wird.

 

Wie kann ich ein Basaliom vorbeugen?

Wichtig ist es, auf entsprechenden Sonnenschutz mit hohem Lichtschutzfaktor zu achten und Sonnenbrände zu vermeiden. Auch die unkontrollierte Anwendung von Solarien steigert das Risiko für Hautkarzinome, daher sollte man am besten gänzlich darauf verzichten.

 

Wann sollte ich einen Arzt bei einem Basaliom aufsuchen?

Treten Hautveränderungen wie Verhärtungen, Knoten oder Geschwüre auf, die Größe, Farbe und Form verändern, dann sollte sich das immer ein Hautarzt ansehen. Auch Hautstellen, die nässen, nicht heilen oder bluten, gehören ärztlich abgeklärt.

 

Darauf sollten Sie achten

Vermeiden Sie stundenlanges Liegen in der prallen Sonne, oft entsteht der Tumor auf Hautstellen, die durch UV-Licht bereits vorgeschädigt sind.Zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV-Strahlung der Sonne am stärksten, daher sollten Sie im Schatten bleiben. Verzichten Sie auf Bräunen im Solarium. Schützende Kleidung und Sonnenschutzpräparate sind wichtige Maßnahmen, um dem weißen Hautkrebs vorzubeugen.

Untersuchen Sie regelmäßig die Haut von Kopf bis Fuß und achten Sie auf Unregelmäßigkeiten.

 

Welche Hausmittel gibt es bei einem Basaliom?

Keine.

 

Weitere Informationen:

Stöger A.: Hauterkrankungen von A bis Z. Wien 2012

Cover400_HauterkrankungenA-Z zum Buch

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Lindlbauer R., Bauer A.: Gesund & schön von Kopf bis Fuß. Alles über Haut, Haare und Nägel. Wien 2008

Dermatologische Onkologie (ADO) der Deutschen Krebsgesellschaft und Deutsche Dermatologische Gesellschaft (Hrsg.): S2k – Kurzleitlinie – Basalzellkarzinom der Haut, 2012

http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/032-021l_S2k_Basalzellkarzinom_2013-verlaengert.pdf

 

Sonne ohne Reue, Hautkrebsvorsorge, Österreichische Krebshilfe, April 2016

https://www.krebshilfe.net/uploads/tx_brochure/Broschuere_Sonne_ohne_Reue__2016.pdf

Stehrer, S.: Achtung, weißer Hautkrebs. Medizin populär, Juli 2013

https://www.medizinpopulaer.at/archiv/medizin-vorsorge/details/article/achtung-weisser-hautkrebs.html

 

Redaktion: Mag. Nathalie Auman

Fachliche Freigabe: Univ.-Doz. Dr. Friedrich Breier, Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Spezialisierung in Dermatopathologie, Wien