Sonnenblume: Sonnenschein für Körper und Seele

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In der Blumensprache symbolisiert sie das Strahlen eines schönen Sommers und damit Lebensfreude, Wärme und Zuversicht, leuchtet sie doch goldgelb wie die Sonne. Deshalb heißt sie Sonnenblume. Eine vielseitige Pflanze, denn sie dient als Lebensmittel, Schönheitselixier und Heilpflanze, die z.B. Infekte abzuwehren versteht.

Ihr Blütenkopf sieht aus wie die Sonne und streckt sich ihrem Namensgeber auch entgegen. Was die Sonnenblume mit unserem Zentralgestirn sonst noch verbindet ist, dass sie weltweit scheint, pardon, wächst natürlich. Vollgepackt mit gesunden Substanzen, die sie auch als Heilkraut wirken lassen. Und köstlichen Kernen, die nicht nur der Vogelwelt munden.

Strahlkraft macht stark

Die einjährige, zwischen Juni und September blühende majestätische Sonnenblume (Helianthus annuus; griech.: helios = Sonne, anthos = Blume), von der es rund 250 Arten gibt, stammt aus den heißen Regionen Amerikas, von wo aus sie sich weltweit ausgebreitet hat und auch hierzulande viele Gärten ziert. Um ihren dicken, mit Mark gefüllten, bis zu fünf Meter hohen Stamm ordnen sich schraubenförmig große Blätter an. Stamm und Blätter sind leicht stachelig behaart. Die leuchtend gelben, bis zu 60 Zentimeter im Durchmesser großen Blütenköpfe erinnern an strahlende Sonnen.

In ihrer Heimat einst als Symbol des Sonnengottes und seiner männlichen Kraft verehrt, bei den Azteken als Garant für Fruchtbarkeit, Gesundheit und Weisheit geschätzt, steht die zur Familie der Korbblütler (Asteraceae) gehörende Pflanze heute für Kraft und starke Ausstrahlung sowie Rückgrat, d.h. sie soll Durchsetzungsvermögen verleihen. Aber auch für störrischen Stolz. Wer sie aus Liebe geschenkt bekommt, kann sich glücklich schätzen, denn mit der Sonnenblume will ihr Spender sagen: „Ich hab nur Augen für dich.“

Besondere Kräfte werden der Sonnenblume auch im Hinblick auf die Beseitigung von Folgen eines Atomunfalls zugeschrieben. So wurden etwa Tausende Sonnenblumen zur Reinigung eines strahlenverseuchten Teichs in Tschernobyl gepflanzt, denn sie sind in der Lage, hohe Mengen radioaktiven Strontiums und Caesiums aufzunehmen. Sie absorbieren zudem Blei aus damit kontaminierten Böden.

Sonnenblumen-Kerne: heilsame Snacks

Naturheilkundlich verwertet werden die Blüten der Sonnenblume, vor allem aber ihre Kerne, die aus den braunen Röhrenblüten in ihrer Mitte entstehen – bis zu tausend Stück aus einer einzigen Blüte. Geröstet und zu Tee verarbeitet helfen diese Samen gegen Husten und Bronchialkatarrh.

Die Kerne und daraus gewonnenes Sonnenblumenöl beugen Blutarmut, Zahnfleischbluten und Parodontose vor, stärken Zähne, Knochen und Nerven. Die Blutgefäße bleiben elastisch.  Arteriosklerose und damit Herz-Kreislauf-Leiden können nicht so leicht entstehen. Auch die Schönheit profitiert vom Genuss der Kerne – mit glänzendem Haar, glatter Haut und festen Nägeln. Wie diese köstliche Knabberei all das anstellt, erklärt sich aus ihren zahlreichen wertvollen Inhaltsstoffen, die da sind: alle essentiellen Aminosäuren, ein hoher Anteil an ungesättigten Fettsäuren (z.B. Linolsäure), Lecithin, Gerbstoffe, Mineralstoffe und Spurenelemente wie Kalzium, Kalium, Magnesium, Eisen, Kupfer, Phosphor, Kobalt, Jod, Mangan, Chlor, Selen sowie die Vitamine B, D, E, F, A, K und Karotin.

Schöne Haut verspricht eine Reinigungspackung aus einer Handvoll frisch gemahlener Sonnenblumenkerne, zwei Teelöffeln Honig, etwas warmem Wasser, einem Teelöffel Sonnenblumenöl und einem Teelöffel Obers, alles zu einer Paste verrührt, die auf Gesicht und Dekolleté aufgetragen und nach ca. einer halben Stunde mit lauwarmem Wasser entfernt wird.

Die von August bis Oktober geernteten Sonnenblumenkerne kann man roh, gekeimt oder in der Pfanne ohne Fett geröstet genießen, über den Salat streuen, einem Müsli oder Pesto beigeben sowie in Brotsorten einarbeiten. Um die Nachfrage nach Sonnenblumenkernen abzudecken, werden Sonnenblumen in großen Kulturen angebaut.

Sonnenblumen-Öl: Schach den Krankheitskeimen

Sonnenblumenöl hilft bei der Wundheilung, rheumatischen Beschwerden, hohem Cholesterinspiegel und Darmreizungen. Es wirkt auch gegen Fieber und lindert als Öl zum Kochen Leber- und Gallenleiden.

Da das Öl Erreger und Schadstoffe bindet, eignet es sich – in Form einer vierwöchigen Ölzieh-Kur – hervorragend zur Senkung der Krankheitsanfälligkeit. Hierzu wird morgens nach dem Aufstehen ein Löffel Sonnenblumenöl 10 bis 20 Minuten lang im Mund hin und her bewegt, ohne es zu schlucken. Bis daraus eine weiße, milchige Flüssigkeit geworden ist. Dann enthält es Ausscheidungsprodukte (z.B. Krankheitserreger) und wird ausgespuckt. Danach Zähne putzen und den Mund gut ausspülen. So wird die Mundflora saniert und damit die Abwehrkraft der Mundschleimhaut gestärkt, gleichzeitig
die Selbstheilungskräfte des Organismus aktiviert, was chronische Beschwerden wie z.B. Allergien, Gelenks- und Verdauungsbeschwerden, Hautleiden u.a.m. bessert.

Sonnenblumen-Blüten: Power für die Immunabwehr

Die von Juni bis August gesammelten Blütenblätter enthalten intensiv gelbe Farbstoffe, die Flavonoide Quercimeritrin und Quercetin. Außerdem Cholin, den Ausgangsstoff für den Neurotransmitter (Botenstoff im Nervensystem) Acetylcholin, und dessen Oxidationsprodukt Betain. Als leuchtend gelber, wohlschmeckender Tee stärken sie die Abwehrkräfte, helfen gegen Infekte der oberen Atemwege, Blasenreizungen, Verdauungsstörungen und Stress. Auch gegen Fieber wie z.B. bei Malaria sind sie ein probates Mittel.

In einem Schraubdeckelglas mit Sonnenblumenöl vollständig bedeckt und drei Wochen lang bei täglichem Umschütteln auf dem Fensterbrett stehen gelassen, danach abgesiebt und in eine dunkle Flasche abgefüllt ergeben die Blüten ein prima Massageöl, das Gelenk-, Nacken- und Nervenschmerzen, Muskelkater, Prellungen und Hexenschuss lindert, auf Brust und Rücken aufgetragen auch Husten und Bronchitis kuriert.

Frische Blütenblätter geben Sommersalaten eine farbige und zugleich vitalstoffreiche Note.

 

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