Sanddorn: Powerbeere mit Heilkraft

©panthermedia.net, Liane Matrisch

Gerade rechtzeitig zur kühlen Jahreszeit lässt der Sanddorn seine orangefarbenen Beeren sprießen. Diese schmucken Früchtchen haben es in sich. Mit reichlich Vitamin C und Co. schützen sie vor Erkältungen, Abwehrschwäche u.a.m.

Der Sanddorn alias Weiden-, Dünen-, Au-, See-, Haff-, Korallenbeer-, Rhein-, Stech-, Strand-, Weiden-, Weisseldorn, Fasan(en)-, Korallen-, Sandbeere, Rote Schlehe, Amritscherl, Zitrone des Nordens oder Korallenstrauch kommt aus Nepal, ist inzwischen aber überall zu finden.

Er bevorzugt Meeresdünen, wächst jedoch auch im Gebirge und ziert mit seinen hübschen gelb-orange-roten, sauer schmeckenden Früchten so manchen Garten. Seine Vorliebe für sandige Böden und die Tatsache, dass er an seinen rotbraunen Ästen Dornen trägt, sorgten für seinen Namen. Der winterfeste Strauch mit seinen langen Wurzeln und graugrünen, an ihrer Unterseite weißlich glänzenden Blättern kann, obwohl er nur langsam wächst, bis zu fünf Meter hoch werden. Er trägt im Frühling kleine gelbe Blüten, braucht recht viel Licht, ist sonst aber ziemlich anspruchslos.

Seine Beeren werden zu Säften, Marmeladen und Brotaufstrichen, Sirup, Tee und alkoholischen Getränken (z.B. Likör) sowie Fertigpräparaten (z.B. Kapseln, Elixier) verarbeitet. Aus Sanddorn-Samen und Fruchtfleisch wird Öl gewonnen.

Dornenbusch als Vitaminbombe

Dank des hohen Vitamin C-Gehalts seiner Früchte dient Hippophae rhamnoides, wie der Sanddorn wissenschaftlich heißt, vorrangig der Abwehr von Erkältungskrankheiten und Stärkung des Immunsystems. Als weitere Anwendungsgebiete nennt die Naturheilkunde Vitaminmangelzustände, Appetitlosigkeit, Müdigkeit, Schwäche, Durchfall, Darmentzündungen, Gicht, Herzschwäche, Hautprobleme (z.B. Akne), Dekubitus (Wundliegen), Zahnfleischbluten, Strahlenschäden und leichte Verbrennungen. Zudem soll Sanddorn die Leber schützen, weshalb das Heilkraut bei chronischen Leberleiden zum Einsatz kommt.

Sein Vitamin B 12 macht Sanddorn insofern zu einer Besonderheit als dieses Vitamin sonst eher selten in Pflanzen vorkommt. Deshalb ist das Ölweidengewächs v.a. für Veganer, die ja keine tierischen Produkte zu sich nehmen, sehr wertvoll.

Außer Vitaminen (C, B-Vitamine, Beta-Carotin) hat Sanddorn weitere wertvolle Inhaltsstoffe zu bieten wie Flavone (sekundäre Pflanzenstoffe), Gerb- und Mineralstoffe (Kalium, Kalzium, Calcium, Magnesium, Natrium, Phosphor) sowie Omega-3-Fettsäuren.

Sanddorn hält die Haut schön

Sanddorn-Öl dient der Herstellung von Produkten zur Hautpflege wie z.B. Salben, Badezusätzen, Massageölen und Naturkosmetika. Seine entzündungshemmenden und leicht desinfizierenden Eigenschaften machen ihn geeignet zur Behandlung von Hautreizungen, Geschwüren (z.B. Dekubitus), leichten Verbrennungen, Psoriasis (Schuppenflechte) und Ekzemen (z.B. Neurodermitis). Außerdem können Sanddorn-Cremes Sonnenlicht absorbieren und gewährleisten deshalb bis zu einem gewissen Grad Sonnenschutz. Innerlich angewendet hilft Sanddorn-Öl bei gereizten Schleimhäuten im Magen-Darm-Trakt und bei Sodbrennen.

Erste Hilfe gegen Erkältungen

Sind Sie erkältet? Haben Sie einen Sanddornstrauch im Garten und Honig im Küchenschrank? Dann ernten Sie ein Kilo der Wunderbeeren und machen Sie daraus Sirup: Die Früchte erhitzen und durch ein Sieb streichen. Etwas Honig dazu geben und so lange rühren, bis eine zähflüssige Masse entsteht. Davon täglich mehrmals einen Teelöffel einnehmen. Und schon lassen die Symptome nach.

Haben Sie etwa Halsweh? Dann hilft folgende Gurgellösung: Fünf Gramm Sanddorn-Beeren mit 100 ml heißem Wasser überbrühen, ein paar Minuten ziehen lassen, abseihen und abkühlen lassen.

Vitaminreich kochen mit Sanddorn

Sanddorn-Beeren riechen zwar ananasähnlich, schmecken aber säuerlich-herb. Sie werden deshalb kaum in natura, sondern v.a. in verarbeiteter Form gegessen. In pikanten (z.B. Suppen), noch häufiger in süßen Gerichten. Ein Dessert mit Sanddorn stellen wir Ihnen hier vor:

Sanddorn-Mousse (Quelle: kochbar.de)

Zutaten: 500 g Topfen, 180 g Eierlikör, 8 EL Sanddorn-Sirup, 1 Zitrone, 8 Blatt weiße Gelatine, 3 Eiklar, 3 EL Zucker, Früchte nach Wahl

Zubereitung: Topfen, Eierlikör, Sanddorn-Sirup und – nach Geschmack – Zitronensaft cremig schlagen. Eiklar steif schlagen, dabei nach und nach den Zucker zufügen und dann kalt stellen. Die Gelatine auflösen, etwas von der Topfencreme unterrühren, erst dann die restliche Topfencreme zugeben und vermengen. Fängt die Creme an zu gelieren, den steifen Eischnee unterheben. Die Creme in Schalen füllen und zwei bis drei Stunden kalt stellen. Vor dem Servieren mit Früchten dekorieren.

 

Link zu unserem Lexikon:
Abwehrkräfte steigern
Vitamin C
Vitamin B12
Abwehrkräfte steigern
Erkältung

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