Petersilie: Freund von Darm und Blase

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Petersilie verfeinert  in vielen Haushalten die Kochkünste, gehört sie doch zu den am häufigsten verwendeten Küchenkräutern. Sie gilt aber auch als Vitaminlieferant und Heilpflanze.

Petersilie (Petroselinum crispum, Petroselinum hortense) alias Gemeine Petersilie, Bittersilche, Bockskraut, Geilwurz, Grönte, Kräutel, Silk, Stehsalat, Peterchen, Peterle, Peterling, Peterlasbuben, Peterlein oder Suppenwurzel kommt aus der Familie der Doldenblütengewächse (Apiaceae). Die Pflanze stammt aus dem Mittelmeerraum und wird seit der Antike kultiviert. Ihr ursprünglicher Name “petrosselinon“ (altgriech.: petros = Stein, selinon = Sellerie ähnliche Gewächse) lässt vermuten, dass früher das “ heilige Kraut  mit Zauberkräften“ in seiner wilden Form als “Felsteppich“ die Klippen Griechenlands bedeckt hat. In Zeiten, wo bei sportlichen Wettkämpfen die Sieger mit Petersilienkränzen geschmückt wurden und griechischen Kriegern der Genuss von Petersilie verboten war, damit diese nicht die sexuellen Energien der Kämpfer anregt. Mit den Römern gelangte die Petersilie schließlich nach Mitteleuropa.

Sie existiert in den Formen glatte, krause oder mooskrause und Wurzel- oder Knollenpetersilie. Die diversen Sorten unterscheiden sich in ihrer chemischen Zusammensetzung, im Geschmack und der Verwendung. Eine besondere Variante, die sellerieartig schmeckt, ist die Japanische Petersilie (Cryptotaenia japonica), auch Koriandergrün genannt.

Für die Gewinnung der heilsamen Substanzen werden die dunkelgrünen, zwei- bis dreifach gefiedert Blätter und  die spindelförmigen, rübenartigen, weißen und glatten Wurzeln der Petersilie verwendet. Die Samen sind in größerer Menge giftig. Gesammelt und zu Tees, Tinkturen und Bädern verarbeitet wird die Pflanze von April bis Oktober.

Relikt antiker Heilkunst

Schon im ersten Jahrhundert war die Heilkraft der Petersilie bekannt (Dioskurides: De materia medica). An medizinischen Wirkungen werden ihr harntreibende, krampf- und schleimlösende, fiebersenkende, blutreinigende sowie tonisierende, aber auch aphrodisierende und abortive Effekte zugeschrieben. Daher zählen zu ihren Anwendungsgebieten in erster Linie Verdauungsstörungen und eine Anregung der Harnorgane, aber auch Appetitlosigkeit, Blähungen, Verstopfung, Mundgeruch, Frühjahrsmüdigkeit, Rheuma, Gicht, Blasen- und Nierensteine, Blasenentzündungen, Bluthochdruck, Ohrenschmerzen, Depressionen, Müdigkeit, Folgen übermäßigen Alkoholgenusses (“Kater“), Menstruations- und Wechseljahrsbeschwerden.

Ein Umschlag aus zerdrückten Blättern wirkt desinfizierend bei Quetschungen, Verstauchungen, Insektenstichen und kleinen Wunden. Gesichtswasser aus mit kochendem Wasser aufgebrühten Petersilstengeln soll Sommersprossen bleichen.

Zu den Inhaltsstoffen der Heilpflanze zählen Vitamine (A,B, viel Vitamin C, E, Karotin), ätherische Öle, Apiin, Apiol (giftige Kampferart), Apigenin und Apiolin, Flavonoide, Cumarine, Gerbsäure, Glykoside, Myristicin, Salicylate, Thymol, Umbelliferon, Violaxanthin Petroselinsäure, Allyltetramethoxybenzol, Melatonin, Phtalide, Kieselsäure und Mineralstoffe (Eisen, Kalium, Kalzium, Mangan, Phosphor, Zink).

Vorsicht Schwangere!

Das Apiol im ätherischen Öl der Heilpflanze fördert die Kontraktion der glatten Muskulatur von Blase, Darm und Gebärmutter und damit die Wehentätigkeit, weshalb schwangere Frauen nicht zu große Mengen Petersilie verzehren sollten, um keine Fehlgeburt auszulösen.

Vorsicht walten lassen beim Genuss des Küchenkrauts und auf Sonnenschutz achten sollten auch Empfindliche, denn die Furanocumarine in der Petersilie können unter Sonneneinstrahlung einen juckenden Ausschlag hervorrufen.

Vielseitiges Küchenkraut

Petersilie wird feingehackt über Speisen gestreut (z.B. Salate, Kartoffeln, Gemüsegerichte) und in Suppen eingerührt. Sie verfeinert Fleisch- und Fischgerichte und ist als Wurzelpetersilie Bestandteil des Suppengrüns. Die gekräuselten Blätter dienen außerdem oft als dekorativer Aufputz von Gerichten.

Petersilwurzeln sollen mitgekocht werden, die Blätter aber nicht. Sonst verlieren sie an Geschmack und wertvollen Inhaltsstoffen (Vitamine). Petersilie bleibt nur bei Verwendung in frischem Zustand geschmackvoll. Getrocknet oder gefroren geht ihr Aroma weitgehend verloren.

 

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