Fenchel: natürliches Rezept gegen Blähbauch und Co.

© panthermedia.net, Andre Bonn

Mit Fenchel – bzw. seinem Tee machen die meisten von uns schon im Säuglingsalter Bekanntschaft. Denn die gleichzeitig als Gewürz und Gemüse genützte Heilpflanze lindert Blähungen und Magendrücken. Und noch viele andere Wehwehchen.

Fenchel, wissenschaftlich Foeniculum vulgare, im Volksmund auch Brotsamen, Enis, Femis, Fenikl, Fenis, Fenkel, Finchel oder Frauenfenchel genannt, zählt zu den ältesten Gewürzen der Welt. Und zu den am meisten genützten Heilpflanzen, die z.B. schon im antiken Griechenland zum Einsatz kam. Etwa zur Anregung der Milchbildung bei stillenden Müttern. Im Mittelalter entdeckte man die heilsame Wirkung von Fenchel bei diversen Verdauungsbeschwerden. Ein weiteres Einsatzgebiet des zur “Arzneipflanze des Jahres 2009” gekürten Heilkrauts sind – neben vielen anderen Leiden – Erkältungen.

Bitter oder süß

Fenchel kommt aus dem Mittelmeerraum und fühlt sich in gemäßigtem Klima wohl, wo er im Sommer blüht und im Herbst gepflückt, getrocknet und gut verschlossen aufbewahrt wird. Die Pflanze aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) wächst bis zu zwei Meter hoch, besitzt im unteren Teil mehrfach gefiederte, im oberen Teil fadenförmige Blätter, die an einem bläulichen Stängel mit feinen Rillen sitzen und Blüten, die sich strahlenförmig in Dolden anordnen. Sie kommt in zwei Arten vor, nämlich als Esels- oder Pfefferfenchel und als Gartenfenchel. Angebaut wird letzterer in drei Varianten: als Gemüsefenchel mit seinen schmackhaften Knollen, Bitterfenchel, der stark würzig riechende, leicht bitter schmeckende, gelb- bis grünbraune Früchte trägt und Süßfenchel mit seinen weniger intensiv duftenden, süßlich mundenden, viel helleren Früchten. Medizinisch genutzt wird der Bitterfenchel, aus dem wertvolle ätherische Öle gewonnen werden. Der Süßfenchel dient als Gewürz und der Gemüsefenchel als Gaumenfreude.

Was ist drin?

Die Fenchel-Früchte (= Samen) enthalten antioxidativ wirksame Flavonoide (sekundäre Pflanzenstoffe) und reichlich ätherisches Öl mit Bestandteilen wie Anethol, Fenchon und Estragol in – je nach Variante (süß oder bitter) – unterschiedlicher Verteilung. Das mengenmäßig überwiegende Anethol erhöht die Aktivität der Flimmerhärchen der Schleimhäute in den Atemwegen, die für den Abtransport von Keimen und Schadstoffen sorgen, löst so in den Bronchien festhaftenden Schleim und befördert ihn nach draußen. Deswegen kommt Fencheltee  und –honig (für Kinder ab einem Jahr) bei Erkältungen zum Einsatz. Gleichzeitig sorgt Anethol für den charakteristischen süßlichen Fenchelgeschmack und regt die Bewegungen der glatten Muskulatur in den Verdauungsorganen an, unterstützt so die Verdauung und löst Krämpfe. Aus diesem Grund hilft Fenchel (als Tee, Tinktur, Honig oder Einreibung) – häufig kombiniert mit ähnlich wirkenden Kräutern wie Anis oder Kümmel – bei Völlegefühl und Blähungen Fenchon wiederum hemmt das Wachstum von Pilzen und Bakterien.

Weitere Inhaltsstoffe des Fenchels sind Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Citral, Citronella, Cumarine, Eugenol, Flavonoide, Fumarsäure, Kaffeesäure, Limonen, Linalool, Linolsäure, Myristicin, Psoralen, Salicylate, Thymol, Tocopherol, Trigonellin, Umbelliferon, Xanthotoxin, Vitamin C Bergapten, Bor, Kampfer, Carvon, Chamazulen, Citral, Citronella, Cumarine, Eugenol, Flavonoide, Fumarsäure, Kaffeesäure, Limonen, Linalool, Linolsäure, Myristicin, Psoralen, Salicylate, Thymol, Tocopherol, Trigonellin, Umbelliferon, Xanthotoxin und Vitamin C.

Was Fenchel alles kann

Als Heilpflanze geschätzt wird Fenchel bereits seit Jahrtausenden in verschiedenen Teilen der Welt, so auch bei den alten Chinesen, die damit Lungen-, Blasen.- und Nierenkleiden kurierten. Kein Wunder. Soll er doch außer schleimlösende, verdauungsfördernde und krampflösende auch noch antibakterielle, entspannende, harntreibende und tonisierende Effekte besitzen. Deshalb zählen zu seinen Anwendungsgebieten Appetitlosigkeit, Dreimonats- (bei Säuglingen) und Gallenkoliken, Verdauungsschwäche, Magen- und Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit, Insektenstiche, Herzschwäche, Bindehaut- und Lidrandentzündungen (Anwendungsform: Waschung), Bronchitis, trockener Husten, Asthma, Geschwüre, die Förderung der Monatsblutung und Linderung von Menstruationsbeschwerden, die Anregung der Milchbildung bei Stillenden und Wechseljahrsbeschwerden.

Heiltrank Fencheltee: Fenchel-Samen und -Wurzeln dienen der Herstellung eines aromatischen und wohlschmeckenden Tees, der als probates Mittel gegen Blähungen (Carminativum) und Husten gilt. Wen die Luft im Bauch zwickt, der mische z.B. Anis-Samen, Fenchel-Früchte und Kamillen-Blüten im Verhältnis 2:2:1 und bereite daraus (ein Esslöffel der Mixtur pro Tasse) einen Tee zu, lasse ihn 10 bis 15 Minuten ziehen und seihe ihn ab, um ihn anschließend langsam und schluckweise zu trinken.

Dreimal Vorsicht

  • Da die Pflanze hauptsächlich in Kulturen gezogen wird, kommt diese Gefahr zwar nur noch eher selten zum Tragen, aber: Wer wilden Fenchel sammelt, muss sich vor einer Verwechslung mit den giftigen Schierlingsfrüchten hüten, die dem Fenchel ähneln.
  • Da sich Estragol in Tierversuchen als potenziell krebserregend erwiesen hat, empfiehlt das deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung als Vorsichtsmaßnahme, Kräuter, die diese Substanz enthalten, nicht zu häufig und nur in kleinen Mengen zu verwenden. Weil Estragol aber nur im ätherischen Öl in ev. schädlichem Ausmaß vorkommt, gelten Fenchelhonig und -tees mit ihrer niedrigen Konzentration an Estragol als unbedenklich. Ein weiterer Grund, beim Einsatz von (reinem) Fenchelöl Bedacht walten zu lassen und dieses nur sehr verdünnt anzuwenden, ist die Tatsache, dass ätherische Öle bei Säuglingen und Kleinkindern lebensbedrohliche Atemstörungen hervorrufen können.
  • Wer auf Sellerie allergisch reagiert, kann das – selten, aber doch – auch auf Fenchel tun (siehe Kreuzallergien).

Raffiniert kochen mit mediterranem Knollengemüse

Fenchel liefert nicht nur Samen, die z.B. der Teeproduktion oder als Gewürz dienen, sondern auch fleischige Knollen, die als Gemüse(beilage) auf dem Tisch von Feinschmeckern landen. Der typische aromatische anisähnliche Geruch und Geschmack spaltet dabei die Kenner der Pflanze in begeisterte Genießer und überzeugte Gegner. Gesund ist sie aber allemal, denn sie liefert z.B. wertvolles Kalzium für den Knochenbau, Eisen für die Blutbildung und Folsäure für den Zellstoffwechsel. In der Küche werden die Knollen traditionsgemäß zu Fisch serviert, aber auch Salaten und Gemüsegerichten beigemengt Fenchelblätter würzen Suppen, Saucen, Salate und Mayonnaisen, wozu auch Fenchelpollen, genannt Gewürz der Engel, dienen. Außerdem wird Fenchel als Geschmacksträger Spirituosen (z.B. Likören) beigemischt.

Lust, mal Fenchel zu probieren? Dann haben wir ein leckeres und gleichzeitig einfaches Rezept für Sie:

Fischfilet mit Fenchel und Orange

Zutaten (4 Portionen): 2 Fenchelknollen, 4 Orangen, 4 festfleischige Fischfilets (z.B. Lachs),1 Bund Dille, 100 ml Schlagobers, 100 ml Weißwein, Salz, Pfeffer und Olivenöl.

Zubereitung: Backofen auf 170°C vorheizen. Fenchel putzen und in feine Streifen schneiden, in heißem Olivenöl anbraten und mit Salz und Pfeffer würzen. Die Orangen filetieren, den Saft dabei auffangen. Alufolie auf ein Backblech legen und den Fenchel darauf geben. Die Fischfilets salzen, pfeffern und auf den Fenchel legen. Dreiviertel der Orangenfilets auf dem Fisch verteilen und mit einem Dillzweig garnieren. Das Ganze mit der Alufolie zu einem dichten Paket verschließen. In den vorgeheizten Backofen schieben und ca. 10- 15 Minuten garen.
In der Pfanne, in der die Fenchelstreifen gebraten wurden, die Sauce herstellen: Orangensaft und Weißwein reingießen und einkochen lassen. Gehackten Dill und Schlagobers nach Geschmack dazugeben, mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zuletzt die restlichen Orangenfilets zugeben. Als Beilage Reis, Kartoffeln oder Polenta reichen.

(Quelle: http://www.chefkoch.de)

 

Links zu unserem Lexikon:
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Fenchelhonig
Fenchel-Inhalat
Fenchelöl in der Duftlampe
Fenchelöl-Mundwasser
Fenchel-Tee
Fenchel-Waschung
Blähungen
Husten

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