Frühjahrsmüdigkeit – Wenn der Jahreszeitenwechsel stresst

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Nach Monaten besinnlicher Winterruhe grünt und blüht es überall. Dieser Umschwung macht jedes Jahr vielen Menschen zu schaffen. Sie klagen über Frühjahrsmüdigkeit.

Mit der zunehmenden Wärme und dem längeren Tageslicht stellt sich bei Pflanzen und Tieren rege Betriebsamkeit ein. Bäume, Sträucher und Blumen keimen und blühen. Igel, Eidechsen und Co. erwachen aus dem Winterschlaf. Vögel balzen und nisten. Dieser verschwenderische Energieschub der Natur ist vielen Menschen fremd. Trotz der angenehmen Temperaturen und seelenfreundlichen Helligkeit leiden sie an Symptomen wie Schlappheit, Antriebs- und Lustlosigkeit, Missmut, Reizbarkeit, Kreislaufproblemen und Kopfschmerzen.

Frühjahrsmüdigkeit nennt man diesen unangenehmen Zustand, der nicht als Krankheit gilt, aber die Lebensqualität beeinträchtigt. Er verschwindet von selbst wieder, sobald sich der Organismus an die veränderten Umstände angepasst hat. Wer nicht auf das natürliche Ende der Befindlichkeitsstörung warten will, kann dazu beitragen, rascher wieder in Schwung zu kommen.

Von der Winterdepression zur Frühjahrsmüdigkeit

Mehrfache Infekte (v.a. Erkältungen) schwächen den Organismus in den Wintermonaten. Häufig leidet auch das Gemüt unter den kurzen und kalten Tagen. (siehe Winterdepression). Dann kommt endlich der Übergang von der dunklen zur hellen Jahreszeit, mit ihm aber auch eine hormonelle Umstellung. Die Produktion des “Antidepressionshormons“ Serotonin wird angekurbelt, gleichzeitig jedoch die Ausschüttung des im Winter vermehrt erzeugten schlaffördernden Hormons Melatonin gehemmt. Zusätzlich beeinflusst die Umstellung von Winter- auf Sommerzeit zumindest vorübergehend ungünstig den Schlaf-Wachrhythmus. Folge: Untertags tritt vermehrt Schläfrigkeit auf.

Luft – Licht – Bewegung

Reichlich Sonnenlicht tanken heißt ein gutes Rezept gegen Frühjahrsmüdigkeit. Aufenthalte im Freien sorgen neben der nötigen Lichtmenge zugleich für Frischluft – und hoffentlich auch für Bewegung. Jetzt lädt die Natur geradezu ein zu Outdoor Aktivitäten wie ausgedehnten Spaziergängen, Nordic Walking, Radtouren u.a.m. Positiver Nebeneffekt: Außer der Fitness profitieren die Immunabwehr und der Energiehaushalt vom Sport. Wechselduschen bringen Kreislauf und Stoffwechsel zusätzlich in Schwung. Kleines Notprogramm für den Ausnahmefall: Gut lüften, dazu ein paar Dehnungsübungen vor dem offenen Fenster machen.

Regenerationsfaktor Schlaf

Für die Bereitstellung von genügend Energie für den Alltag ist vor allem ein regelmäßiger Schlafrhythmus mit Einhaltung der individuell notwendigen Schlafzeit (normal: zwischen vier und zehn Stunden pro Nacht) wichtig, sagt die Schlafmedizin. Jedenfalls rächt sich jedes über vereinzelte Tage hinausgehende Schlafdefizit mit Tagesmüdigkeit, daraus folgender erhöhter Unfallgefahr etc.

Kulinarische Frühlingsboten als Energiekick

Vitamine, Mineralstoffe und Spurenelemente sind besonders wichtig in Zeiten, wo der Organismus vermehrt Stress ausgesetzt ist wie z.B. beim Jahreszeitenwechsel. Obst und Gemüse gilt – vor allem wenn es frisch und ohne lange Transportwege auf dem Tisch landet – als Hauptlieferant dieser Vitalstoffe. Diese Bedingungen erfüllt in erster Linie heimisches, regional geerntetes, saisonales Obst und Gemüse, das natürlich und lange genug reifen kann, was sich außer auf den Geschmack auch auf den Gehalt an wertvollen bioaktiven Substanzen positiv auswirkt. Im Frühling sorgen Blattsalate, Radieschen, Rhabarber, Spargel etc. für bunte, vitaminreiche und noch dazu schmackhafte “Medizin“ gegen Frühjahrsmüdigkeit.

Lebenselixier Wasser

Nicht nur im Frühling aktuell: Müdigkeit ist häufig das Resultat einer zu geringen Trinkmenge. Deshalb sollte über den Tag verteilt eine ausreichende (ein bis zwei Liter) Flüssigkeitsaufnahme erfolgen –in Form von Wasser, Mineralwasser oder ungesüßtem Tee.

Frühjahrsputz macht frühlingsfit

Der altbewährte Frühlingsputz bewirkt neben seinem reinigenden Effekt eine Befreiung von unnötigem Ballast – in der Wohnung (Ausmisten schafft Ordnung), im Organismus (Schrubben verbraucht Kalorien) und in der Seele.

Die Psyche reagiert auch auf Farben. Die Wohnung neu dekorieren, ev. sogar Räume farblich neu gestalten kann mental aktivieren (siehe Farbtherapie). Ähnliches gilt für die Garderobe, die sich allerdings bei vielen im Winter genauso trostlos grau wie das Wetter gestaltet. Im Frühling ist nun Zeit, mit farbenfroher Kleidung die Stimmung aufzuhellen.