Die Grippewelle rollt – na und?

©panthermedia.net, Thomas Lammeyer

Husten, Schnupfen und Co. kündigen es an: Es ist Grippezeit. Wie jedes Jahr laufen die Österreicher Gefahr, an der Influenza zu erkranken oder gar zu sterben. Aber nicht alles, was landläufig als Grippe bezeichnet wird, ist auch eine.

Grippe oder grippaler Infekt?

Noch häufiger als die echte Grippe grassieren in der kalten Jahreszeit so genannte grippale Infekte, sprich Erkältungen. Drei Dinge haben beide Krankheiten gemeinsam: Sie betreffen die Atemwege, werden durch – wenn auch unterschiedliche -Viren verursacht und sind ansteckend. Grippale Infekte verursachen hauptsächlich Schnupfen, Niesen, Halsweh, seltener auch Fieber und Gliederschmerzen.

Eine echte Grippe kann sich bei mildem Verlauf auf ähnliche Symptome beschränken, unterscheidet sich üblicherweise aber bezüglich Form und Schwere der Beschwerden von einer banalen Erkältung: Plötzliches hohes Fieber, Schüttelfrost, starkes Krankheitsgefühl, Kopf-, Hals- und Gliederschmerzen, trockener Husten, Schnupfen, selten auch Übelkeit, Erbrechen und Durchfall zählen zu ihren Charakteristika, die nicht alle gemeinsam auftreten müssen.

Gefahr Komplikationen

Abwehrprozesse wie Fieber können v. a. bei älteren, chronisch kranken (z.B. Herzleiden, Asthma) und immungeschwächten Menschen sowie Kleinkindern den Organismus überfordern. Mögliche Folgen sind ernste bis lebensbedrohliche Komplikationen wie Zweitinfektionen mit Bakterien, Lungen-, Herzbeutel-, Herzmuskel-, Nieren-, Nasennebenhöhlen-, Mittelohr-, Hirnhaut-, Rückenmarkshaut- und Hirnentzündungen.

Impfen schützt

Da Grippeviren ihre Oberflächenstruktur laufend ändern, muss jedes Jahr ein neuer – auf die jeweils vorherrschenden Virusstämme abgestimmter – Impfstoff entwickelt und verabreicht werden. Dementsprechend hält der Impfschutz auch immer nur ein Jahr lang. Geimpft wird vor Beginn der Grippesaison, also im Oktober und November. Im Bedarfsfall ist es aber möglich, die Immunisierung zu Beginn der Grippewelle nachzuholen. Sich impfen lassen sollten v.a. die oben genannten Risikogruppen und Menschen mit vielen Begegnungen (z.B. Gesundheitsberufe).

Infektion vermeiden

Rechtzeitig impfen doch verpasst? Dann hilft nur eines: die Ansteckung verhindern. Ein eher schwieriges Unterfangen, denn Grippeviren werden sowohl durch Tröpfchen- (Niesen, Husten, Sprechen) als auch Schmierinfektion (Händeschütteln, virenverseuchte Gegenstände) übertragen. Das Infektionsrisiko reduzieren können Maßnahmen wie:

  • Sich mehrmals täglich gründlich die Hände mit Seife waschen.
  • Die Hände möglichst fernhalten vom Gesicht, damit ev. an den Händen haftende Viren nicht in die Atemwege gelangen.
  • Einen gesunden Lebensstil pflegen, d.h. vitaminreiche, ausgewogene Ernährung, regelmäßige Bewegung und genügend Schlaf. Das stärkt das Immunsystem und beugt so Infektionen vor.

Doch erwischt – was tun?

Eine komplikationslose Grippe kann man zuhause auskurieren. Angesagt sind v.a. Schonung (Bettruhe), das Meiden schädlicher Substanzen (z.B. Nikotin) und symptomatische Behandlung (z.B. fiebersenkende Medikamente). Reichlich trinken wirkt fieberbedingtem Flüssigkeitsverlust entgegen. Bei manchen Grippekranken ist die Einnahme von Virustatika (virushemmende Medikamente) indiziert. Sie können innerhalb der ersten 48 Stunden der Grippe Dauer und Intensität der Symptome verringern und somit die Komplikationsrate senken. Antibiotika helfen nicht, da die Erkrankung durch Viren verursacht wird. Ihre Anwendung ist nur dann sinnvoll, wenn sich eine bakterielle Infektion hinzugesellt hat.