Checkliste Reisevorbereitungen: Gesund reisen von A bis Z

©panthermedia.net, Mauro Saivezzo

Können Sie Ihren Urlaub kaum noch erwarten und packen Sie im Geiste schon Ihre Koffer? Dann denken Sie bei Ihrer Planung bitte auch an alle Vorkehrungen in puncto Gesundheit.

“Unvorbereitetes Wegeilen bringt unglückliche Wiederkehr” wusste bereits Goethe (Wilhelm Meisters Wanderjahre). Damit das nicht auf Ihren wohlverdienten Urlaub zutrifft, bieten wir Ihnen einen alphabetischen Überblick zu allen nötigen gesundheitlichen Reisevorbereitungen:

  • A wie Arzt-Check auf Reisetauglichkeit inklusive Beratung und Verschreibung des Urlaubsvorrats an ständig einzunehmenden Medikamenten sowie Arzneien für Ihre Reiseapotheke steht am Beginn aller Vorsorgemaßnahmen.
  • B wie Bade-Ohrenstöpsel zur Vermeidung einer Badeotitis (Entzündung des äußeren Gehörgangs durch Wasser im Ohr) und Badetampons für einen gewissen Schutz vor in den weiblichen Genitaltrakt eindringenden Keimen in der regelfreien Zeit sollten bei jedem Badeurlaub in Ihr Gepäck.
  • D wie Durchfall vorbeugen: Denken Sie bei der Speisenwahl in Ländern mit mangelhaften Hygienestandards an: Cook it, boil it, peel it or leave it (kochen, braten, schälen oder verzichten). Sonst drohen Infektionen mit Colibakterien, Hepatitis A-Viren u.a.m. Hat doch Montezumas Rache zugeschlagen, hilft vor allem Flüssigkeits-und Elektrolytersatz.
  • E wie Erste Hilfe: Frischen Sie Ihre Kenntnisse auf und führen Sie eine Erste-Hilfe-Fibel mit im Gepäck.
  • F wie Formulare mitnehmen: Benötigen Sie bestimmte Medikamente oder medizinische Utensilien (z.B. Suchtgifte, Spritzen, Insulin usw.) bzw. leiden Sie an einer ansteckenden oder medizinische Versorgung erforderlichen oder potenziell lebensbedrohlichen Krankheit, sollten Sie zur Vermeidung von Unannehmlichkeiten ein ärztliches Attest darüber mitführen.
  • G wie Gesundheitseinrichtungen im Urlaubsland checken: Informieren Sie sich vor der Reise über Adressen von VertrauensärztInnen im Urlaubsland. Im Bedarfsfall können diese Sie an lokale Spezialisten, Spitäler oder Rettungsdienste weiterleiten.
  • H wie Hepatitis & Co.-Prophylaxe: Wollen Sie unerwünschte “Souvenirs“ von Sommerflirts wie Hepatitis, HIV oder Geschlechtskrankheiten vermeiden, benützen Sie bei Ihren amourösen Aktivitäten bitte im Inland erworbene, qualitätsgeprüfte Kondome. Das schützt auch gleich vor ungeplantem Nachwuchs.
  • I wie Insektenschutz: Insektenstiche können gesundheitsschädlich (z.B. Anopheles-Mücken: Malaria-Überträger) oder sogar lebensbedrohlich (z.B. Bienen- oder Wespengiftallergie) sein und lassen sich weitgehend verhindern durch bedeckende Kleidung, Repellents (Insektenschutzmittel) und Moskitonetze. Sind Sie Insektengiftallergiker, sollten Sie ein Notfallmedikamenten-Set mitführen.
  • J wie Jetlag beachten: Versuchen Sie schon einige Tage vor einem Fernflug, sich bei Alltagshandlungen (z.B. Mahlzeiten) dem verschobenen Zeitrhythmus des Urlaubsorts anzupassen und sich in den ersten Tagen nach dem Flug zu schonen.
  • K wie Klima-und Wetter-Check: Lesen Sie bei der Wahl Ihres Ferienziels nach, in welcher Region wann voraussichtlich Ihrem Gesundheitszustand zuträgliche Witterungsverhältnisse herrschen.
  • L wie Länderspezifische Impfungen: In vielen Ländern drohen Infektionen, die hierzulande kaum eine Rolle spielen, weshalb als wirkungsvolle Vorbeugungsmaßnahmen – je nach Region – zusätzliche Impfungen angeraten werden. Lassen Sie gleichzeitig nachprüfen, ob die fürs Inland empfohlenen Impfungen noch Gültigkeit besitzen. Am besten vier bis sechs Wochen vor Antritt der Reise bei einem Spezialisten.
  • M wie Malaria-Prophylaxe: In vielen tropischen und subtropischen Gebieten ist Malaria ein ernstes Problem. Gegen die Krankheit helfen – zum Teil vorbeugend einzunehmende – verschreibungspflichtige Medikamente vom Fachmann.
  • N wie Notrufnummern: Bei einem Notfall sollten Sie nicht erst hektisch nach der passenden Telefonnummer suchen müssen. Am besten Sie erkunden im Voraus die landesspezifischen Notrufnummern und speichern sie in Ihrem Handy ab.
  • O wie Oropax besorgen: Gesunde Erholung gelingt nur bei ungestörtem Schlaf. Nicht jedes Hotelzimmer liegt aber in der angepriesenen “ruhigen Lage“. Packen Sie daher vorsorglich Ohrstöpsel mit ein.
  • P wie Politische Lage erkunden: Nur Frieden garantiert körperliche und seelische Unversehrtheit. Wie es um die aktuelle Sicherheit in diversen Ländern bestellt ist und ob Warnungen zur Einreise in bestimmte Gebiete bestehen, verrät das Außenministerium.
  • Q wie Quallenschutz: Nesseltiere in den Meeren verursachen brennende Hautläsionen, die sich durch das Auftragen von Safe Sea® vermeiden lassen.
  • R wie Reisethrombose-Prophylaxe: Ob und welche Medikamente Sie benötigen, darüber berät Sie ihr Arzt beim Check auf Reisetauglichkeit.
  • S wie Sonnenschutz: Genießen Sie Ihr Sonnenbad, aber bewahren Sie Ihre Haut mit einem Sonnenschutzmittel mit passendem Lichtschutzfaktor vor einem Sonnenbrand und Hautkrebs sowie Ihren Organismus mit Sonnenschirm u.ä. vor einem Sonnenstich.
  • T wie Tropenkrankheiten vorbeugen: Vor Reisen in exotische Länder informieren Sie sich bitte über Vorkommen, Ansteckungswege und Prophylaxemöglichkeiten von dort üblichen Infektionskrankheiten.
  • U wie Umwelteinflüsse kennen: Checken Sie im Vorhinein Gesundheitsgefährdungen durch Umweltbedingungen wie Katastrophen (z.B. Erdbeben) oder Tierkontakte (z.B. Tollwut) u.a. in ihrem Urlaubsland.
  • V wie Versicherungsschutz prüfen: ÖsterreicherInnen genießen mit der Europäischen Krankenversicherungskarte (e-card) in allen EU/EWR-Staaten, der Schweiz und Ländern mit zwischenstaatlichem Abkommen (Bosnien-Herzegowina, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Serbien, Türkei) Versicherungsschutz. In anderen Staaten ist ein beim Dienstgeber oder der Krankenkasse zu beziehender Auslands-Betreuungsschein (“Urlaubskrankenschein“) erforderlich.
  • W wie Wasser: Viele Gewässer in fremden Ländern bilden ein Reservoir für Krankheitserreger und Giftstoffe ist. Deshalb: Nur in verschlossene Flaschen industriell abgefülltes Wasser zum Trinken und Zähne putzen verwenden.
  • X wie Xenophilie (griech.: xénos = fremd, philía  =Freundschaft) pflegen: Eine gewisse Aufgeschlossenheit gegenüber fremden Kulturen und Gebräuchen kann helfen, gesundheitsschädliches Verhalten zu meiden und im Bedarfsfall leichter Hilfe zu erhalten.
  • Y wie Young or old: Auch beim Reisen sind Kinder nicht einfach kleine Erwachsene, sondern haben spezielle – auch gesundheitliche – Bedürfnisse, die es zu beachten gilt. Senioren unterscheiden sich ebenfalls sich in einigen Punkten (z.B. häufiger eingeschränkte Mobilität) von jüngeren Erwachsenen und benötigen daher teilweise andere Reise-Vorkehrungen.
  • Z wie Zeckenschutz: Plusgrade aktivieren Zecken, die FSME oder Borreliose übertragen können. Wirksame Gegenmaßnahmen: FSME-Impfung und Schutzkleidung.

 

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