Wohlfühlen in der Schwangerschaft: So geht´s

© panthermedia.net / Igor Yaruta

Schwanger sein ist anstrengend. Gleichzeitig aber auch wunderbar. Sofern die werdende Mutter auf ihr Befinden achtet. Hier ein paar Wohlfühl-Tipps, wie frau trotz Stimmungsschwankungen, Müdigkeit, Kreuzweh und Co. sich gut fühlt, attraktiv und fit bleibt.

So sehr sich eine werdende Mutter auf ihren Nachwuchs auch freuen mag – Schwangerschaft ist eine Zeit besonderer Strapazen. Der Bauch wächst. Das Gewicht steigt. Die Beine werden schwer. Der Druck auf die Blase nimmt zu und die Verdauung spinnt. Mehr als genug Gründe, nicht nur auf das Wohl des Ungeborenen zu achten, sondern ebenso auf das eigene. Denn vieles, was die Schwangere freut, tut auch ihrem Kind gut. Neben Gesundheitsvorsorge und Zukunftsplanung ist daher nun vor allem eines angesagt: Sich selbst so gut wie nur möglich verwöhnen. Körperlich und seelisch.

Glücksmomente bewusst genießen

Der Alltag mit all seinen Pflichten lässt zwar auch eine Schwangere nicht los und fordert von ihr sogar zusätzliche Mühen wie z.B. Gesundheits-Checks absolvieren, den Geburtsvorbereitungskurs besuchen, eine passende Geburtsklinik bzw. Hebamme suchen und vieles mehr. Trotzdem gibt es in den neun Monaten auch genügend Momente, in denen die werdende Mutter nach innen horcht, die Kindsbewegungen wahrnimmt, sich ausmalt, wie das Kleine aussehen und das Leben mit ihm sein wird und sich auf den Nachwuchs freut. Diese “Tagträumereien“ sind wichtig für die seelische Ausgeglichenheit und sollten ausgelebt werden dürfen, ohne sich vom Alltagstrott zu sehr vereinnahmen zu lassen.

Manche Frauen führen Tagebuch über Ereignisse und Befindlichkeiten während dieser besonderen Zeit – ein guter Weg, sich mit der zukünftigen, mit umwälzenden Veränderungen verbundenen Lebenssituation auseinanderzusetzen. Einen ähnlichen Effekt haben Vorbereitungen auf den Nachwuchs wie z.B. die Gestaltung des Kinderzimmers oder die Anschaffung von Babysachen. Inklusive genüsslichem Goutieren, versteht sich.

Auszeiten nehmen

Eigentlich ist es immer wichtig, für werdende Mütter aber besonders – zur Bewältigung von Stress und Pflichten feste Zeiten für Entspannung und angenehme Beschäftigungen einzuplanen. Außerdem hin und wieder dem Alltag zu entfliehen und Urlaub zu machen. Oder ein Verwöhn-Wochenende. Beispielsweise in einem der zahlreichen Wellness-Hotels, die in der Regel Wohlfühlprogramme (z.B. mit Massagen, Körperpackungen u.v.a.m.), oft auch speziell für Schwangere, anbieten. Zum Kraft sammeln für die kommende Geburt und noch einmal so richtig ausspannen, bevor “die Nächte kurz werden“.

Es geht auch weniger kostspielig. Etwa mit dem Besuch einer Therme, wo es meist auch Wellness-Anwendungen zu buchen gibt, zumindest aber eine Sauna, die Schwangere allerdings nur mit Vorsicht nutzen sollten (nur 10 Minuten, keine abrupte Abkühlung etwa im Tauchbecken, nur mit eigenen Handtüchern und Badeschuhen). Geht nicht, weil der Terminkalender zu voll ist? Auch dann ist Wellnessen möglich – in den eigenen vier Wänden.

Verwöhnkur zuhause

Was spricht schon dagegen, sich selbst Gutes zu tun? Zum Beispiel mit einer duftenden Aromadusche, nachfolgendem Hautpeeling und abschließendem Einölen. Beim Peeling an den Füßen beginnen, über die Beine hinauf fortsetzen, dann von den Händen über die Arme zu den Schultern – also immer in Herzrichtung, aber unter Aussparung von Brust und Bauch. Hautöl schützt nicht nur die Haut vor dem Austrocknen, sondern beugt – per Zupfmassage auf Brust und Bauch angewendet –Dehnungsstreifen vor. Auch Trockenbürsten dient dem Wohlbefinden (bringt den Kreislauf in Schwung, regt die Durchblutung der Haut an) und gleichzeitig der Schönheit (wirkt Cellulitis entgegen).

Fast schon eine Garantie für gute Stimmung ist ein entspannendes, aber bitte nicht zu heißes Wannenbad. Mit angenehm riechendem Badezusatz. Positiver Nebeneffekt: Die Haut freut sich – wenn sich im Badewasser z.B. Meersalz oder Mandelöl befindet und wird zum Dank samtweich.

Apropos Duft: Bestimmte Aromen wie z.B. Lavendel relaxen. In eine Aromalampe eingefüllt oder auf einem Duftstein aufgebracht – schon lässt es sich auf einem bequemen Plätzchen genussvoll schnuppern. Das entspannt auch das Ungeborene. Nach Rücksprache mit dem behandelnden Arzt, denn nicht alle ätherischen Öle eignen sich für Schwangere.

Erholsam schlafen – genüsslich aufstehen

Das Kind bewegt sich. Der Bauch stört beim Umdrehen. Toilettengänge unterbrechen die Nachtruhe. Die Gedanken kreisen um das bevorstehende Ereignis und halten munter. Diese Störfaktoren eines entspannten Schlafes lassen sich zwar kaum ausschalten. Dennoch können Schwangere für mehr Bequemlichkeit in ihrer Schlafstätte sorgen. Etwa indem sie den Bauch und die Oberschenkel auf einem halbmondförmigen Stillkissen ablegen und so für eine angenehmere Schlafposition sorgen. Zum leichteren Einschlafen verhilft ein sanftes Ausstreichen der Waden und Füße mit warmem Öl (z.B. Lavendelöl) mit anschließendem Anziehen von Strümpfen. Läutet schließlich der Wecker, nicht gleich aufspringen, sondern sich ausgiebig und genüsslich räkeln und mit einem Lächeln den Tag begrüßen.

Sportlich bleiben

Eine normal verlaufende Schwangerschaft ist kein Grund, zum Couch potato zu werden. Sofern sich werdende Mütter keinem ungesunden Leistungsdruck aussetzen und auf die Signale ihres Körpers hören, wenn es ihm zu viel wird. Bleiben werdende Mütter in Bewegung, legen sie nicht übermäßig viel Kilos zu und gewinnen an Kraft und Kondition. Das hilft später bei der Geburt. Noch ein Argument für Fitness in der Schwangerschaft: Sportliche Schwangere leiden meist weniger unter Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kreislaufproblemen oder schweren Beinen.

Nicht weiter sporteln dürfen Schwangere, wenn es zu Unbehagen oder Schwindel kommt, Schmerzen oder Blutungen auftreten, sie krank sind oder Arzt bzw. Hebamme zur Sportkarenz raten.

Gut geeignete Sportarten sind solche, die nicht zu viel Balancegefühl fordern und große Muskelgruppen bewegen. Beispielsweise Schwimmen in normalem Tempo, zwei- bis dreimal in der Woche 20 Minuten lang, bei einer Wassertemperatur von 18-25°C. Im Wasser wird frau dank Auftrieb “leichter“ Die Blutzirkulation wird angeregt, der Blutstau in geschwollenen Beinen gelöst, die Gelenke entlastet und die Muskulatur gekräftigt. Ähnlich positiv wirken Aquafitness, Wasser-Shiatsu oder Aqua-Balancing. Zu warmes Wasser kann aber schaden, denn dort sammeln sich gerne Keime, die – unterstützt vom hormonbedingt veränderten Scheidenmilieu – Infektionen wie z.B. einen Scheidenpilz hervorrufen können. Auch das Whirlpool ist für werdende Mütter tabu.

Flotte halbstündige Spaziergänge oder Nordic Walking, zwei- bis dreimal in der Woche halten den Körper fit, ohne ihm zu viel abzuverlangen. Zusätzliches Plus: Die Bewegung findet draußen statt – dort wo Sauerstoff getankt wird, Sonnenlicht das Gemüt erhellt und auch für den Aufbau der aktiven Form von Vitamin D sorgt.

Radfahren ist ebenfalls günstig für Schwangere, weil dabei das Körpergewicht die Gelenke nicht belastet und die Tretbewegungen einem Blutstau in den Beinvenen entgegenwirken. Angst vor einem Sturz? Dann ab auf den Heimtrainer, der ähnliche Vorteile bietet, ohne Unfallgefahr.

Eine sinnliche Art von Bewegung, die Mutter und Kind guttut, ist Bauchtanz, der ja auch Geburts- und Ritualtänzen entstammt. In den dabei ausgeführten Figuren finden sich Varianten der Übungen aus der Geburtsvorbereitung. Viele Tanzstudios bieten spezielle Bauchtanzkurse für Schwangere an.

Bestimmte Formen von Yoga wirken sich ebenfalls positiv aus auf werdende Mütter und ihre Babys. Auch hierfür gibt es entsprechende Kurse (Yoga für Schwangere).

Im Prinzip ist gegen die meisten Sportarten, die Frauen üblicherweise betreiben, in der Schwangerschaft nichts einzuwenden. Das gilt jedoch nicht für solche, bei denen Zusammenstöße an der Tagesordnung sind wie z.B. Hand-, Fuß- oder Basketball oder die eine hohe körperliche Belastung bedeuten wie hartes Ausdauertraining oder Bodybuilding. Wichtig ist auch die Schwangerschaftsgymnastik, die neben praktischen Übungen Entspannungstipps  und den Austausch mit anderen werdenden Müttern bietet.

 

Weiter führende Links:
Bauchtanz für Schwangere 
Yoga für Schwangere 1 
Yoga für Schwangere 2 

Link zu unserem Lexikon:
Schwangerschaft 

Verwandte Ratgeber zum Thema Schwangerschaft:
Mutter-Kind-Pass: Gesundheitsvorsorge für Schwangere und Kinder
Mutter-Kind-Pass: Garant für gesunde Kinder
Frühgeburt: schwieriger Start ins Leben
Schwangerschaftsdiabetes & Präeklampsie: Gefahr für Mutter und Kind
Vermeidbare Embryopathien: Wie Alkohol, Nikotin und Keime Kindern schaden
Krank in der Schwangerschaft: Welche Arzneimittel sind erlaubt?