Operationen von Augenerkrankungen

©panthermedia.net Erik Reis

Die häufigste Augenoperation ist die des Grauen Stars, die Kataraktoperation. Dabei setzt der Chirurg einen kleinen Schnitt am Hornhautrand und entfernt die getrübte Linse, die mittels Ultraschall verflüssigt wurde. Danach wird eine Kunstlinse in die verbliebene Linsenkapsel ein. Im Gegensatz zum kompletten Linsenersatz bleibt bei dieser Methode die Linsenkapsel erhalten und somit wird verhindert, dass der Glaskörper vorfällt. Die Operation erfolgt entweder unter örtlicher Betäubung oder unter Vollnarkose, der Schnitt wird mit feinen Kunststoffnähten geschlossen, das Auge mit einer keimabtötenden Salbe bestrichen und für ein paar Tage abgedeckt.

Auch Schielen kann mittels Operation verbessert werden, indem man den verlängerten Augenmuskel verkürzt und so den Zug auf den Augapfel vergrößert.

Der grüne Star (Glaukom) wird durch einen krankhaft erhöhten Augeninnendruck verursacht. Kann dieser nicht durch Medikation gesenkt werden, ist eine Operation nötig um das Augenlicht zu erhalten. Handelt es sich um ein Offenwinkelglaukom wird das Kammerwasser durch eine künstliche Öffnung in die Lederhaut abgeleitet, beim Winkelblockglaukom wird zuerst eine Öffnung in die Iris (Regenbogenhaut) gemacht, durch die das Kammerwasser  in den hinteren Teil des Auges abfließen kann. Sobald die akuten Symptome abgeklungen sind, wird ebenfalls eine künstliche Öffnung in der Lederhaut angelegt. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Lasertherapie (Argon-Laser-Trabekuloplastik), die allerdings bei einigen Glaukompatienten nur eine geringe Verbesserung erzielt und deren Erfolg auch nur wenige Jahre anhält.

Bei einer Netzhautablösung muss sich die Netzhaut wieder mit dem Pigmetepithel verbinden, Ist die Ablösung nicht zu großflächig, werden durch  Frostreize (Kryosonde) oder kleine Verbrennungen (Laser) kleine Narben erzeugt, die die Netzhaut mit der Aderhaut verwachsen lassen. Ist die Ablösung großflächiger, gibt es mehrere Methoden um den Augapfel vorübergehend operativ einzudellen, damit die Netzhaut wieder auf dem Pigmentepithel anliegt und festwachsen kann.

Eine Keratoplastik (Hornhauttransplantation) ist dann notwendig, wenn die Hornhaut irreparabel verletzt wird oder großflächig vernarbt. Das dafür benötigte Gewebe wird verstorbenen Organspendern entnommen.

Bei der Glaskörperabsaugung wird der Glaskörper zum Teil oder vollständig abgesaugt, um Operationen an der Netzhaut zu ermöglichen oder eventuell aufgetretene Glaskörperblutungen zu stoppen. Der Glaskörper wird anschließend mit einer körperähnlichen Flüssigkeit wie Silikonöl oder Ringerlösung wieder aufgefüllt, oder die Flüssigkeit wird durch ein Gas ersetzt.  Über kurz oder lang hat diese Operation allerdings eine Linsentrübung zur Folge.
Erleidet das Auge eine drastische Verletzung oder  ist der Augapfel von nicht therapierbarem Krebs befallen, ist oft eine Augenamputation nötig, um eine schlimmere Folgeerkrankung zu vermeiden, wenn minimal invasive Methoden für eine Therapie nicht ausreichend sind.